Brite gilt nach wie vor als Prototyp des kriminellen Händlers: Nick Leeson: Der Mann, der Barings ruinierte

Brite gilt nach wie vor als Prototyp des kriminellen Händlers
Nick Leeson: Der Mann, der Barings ruinierte

Für einen wird sich der spektakuläre Betrugsfall bei der französischen Großbank Société Générale auf jeden Fall lohnen. Wann immer ein krimineller Händler mit seinen finsteren Machenschaften Milliarden vernichtet, erinnern sich die Medien an einen Namen: Nick Leeson, jenen berühmt-berüchtigten Trader, der in jungen Jahren mit jahrelangen Betrügereien die britische Traditionsbank Barings ruinierte.

LONDON. Obwohl die Barings-Pleite mittlerweile zwölf Jahre zurückliegt, gilt Leeson noch immer als Prototyp des kriminellen Händlers, und so war der 40-Jährige auch am Donnerstag wieder ein gesuchter Interviewpartner. Aber Leeson weiß genau, dass nur ein knappes Gut ein begehrtes Gut ist, und deshalb lässt er seine Interviews über seinen Berater Neil Martin meistbietend versteigern. Bis Donnerstagmittag lag das höchste Gebot bei 1 000 Pfund, es kam von einer großen internationalen Nachrichtenagentur.

Den Handel hat Leeson schon lange hinter sich gelassen. Wie man Geld verdient, weiß der passionierte Pokerspieler aber offensichtlich noch immer. Dass er eine Menge zu erzählen hat, daran zweifelt niemand. Leesons Abenteuer als Wertpapierhändler, der in Singapur auf die schiefe Bahn geriet und den die Polizei um den halben Globus bis nach Deutschland jagte, gab sogar den Stoff für einen Hollywood-Film ab.

1992 schickt die Barings Bank, Synonym für alten konservativen englischen Reichtum, den jungen Händler Leeson nach Asien. Der steigt dort rasch zum Star auf, der an den Terminmärkten teilweise zehn Prozent der gesamten jährlichen Einnahmen der Bank verdient. Die Probleme beginnen, als einige Wetten Leesons nicht aufgehen. Nach dem großen Erdbeben von Kobe setzt er auf eine schnelle Erholung der Kurse, vergeblich.

Aber weil Leeson sich auf dem einsamen Außenposten selbst kontrolliert, fällt es ihm nicht schwer, die Verluste in den Büchern zu verstecken. Mit immer riskanteren Geschäften versucht der Händler, das Geld wieder hereinzuholen. Doch das Glück hat ihn verlassen. „Es tut mir leid“, steht auf dem Zettel, den Leeson hinterlässt, bevor er sich am 23. Februar 1995, wenige Tage vor seinem 28. Geburtstag, auf die Flucht macht. 1,2 Mrd. Dollar fehlen am Ende in seiner Abrechnung.

Seite 1:

Nick Leeson: Der Mann, der Barings ruinierte

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%