Britische Medien drücken kein Auge zu
Der große Flop von England

Eddie Jordan genießt sein Leben auf der Überholspur. Doch die vergangenen Wochen haben den Gründer und Haupteigentümer des Formel-1-Rennstalls Jordan Grand Prix eher aus der flotten Spur gebracht. Erst flog in Hockenheim ein knallgelber Jordan aus der Kurve, dann gab auch das zweite Auto auf. Nun wird der irische Millionär in London vorgeführt – vor Gericht.

LONDON. Der Formel-1-Playboy, der schöne Frauen und schnelle Autos liebt, hat sich mit einem selbst angezettelten Gerichtsverfahren in eine Sackgasse manövriert. Der Mobilfunker Vodafone habe ihm vor Jahren am Telefon einen Drei-Jahres- Werbevertrag zugesagt, sagt Jordan. Wert: 150 Millionen Dollar. Dann habe der Konzern sein Wort gebrochen und bei Ferrari unterschrieben. London witterte einen Sponsoren-Fall – es wurde ein großer Flop. Nach langem Hickhack vor dem High Court hatte Richter Justice Langley die Nase voll. Er erteilte Jordan eine Abfuhr. Die Klage sei „erfunden und unhaltbar“, so die höchstrichterliche Ohrfeige.

Das saß. Großmaul Jordan wurde kleinlaut und schwenkte in letzter Sekunde die weiße Flagge, um den drohenden Imageschaden abzuwenden. Zu spät: Auf so etwas lauern britische Medien im Sommerloch. Der Spaß dürfte Jordan drei bis fünf Millionen Pfund kosten. Da darf die Deutsche Post froh sein, dass sie nicht mehr Hauptsponsor ist. Andere Jordan-Geldgeber wie der Tabakkonzern Gallaher kommen dagegen ins Grübeln. Immerhin bleibt Jordan seinem Credo treu. „Formel 1 soll die Zuschauer unterhalten“, erklärt der PR-Magier stets. Das hat mal wieder geklappt, Eddie!

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