Büromöbelmesse Orgatec
Mobile Arbeitsplätze sind gefragt

Das Angebot der weltgrößten Büromöbelmesse Orgatec, die am Dienstag in Köln begonnen hat, reicht von der Vorstandsetage mit „Chefduft“ aus Leder und Edelholz bis zur Ein-Quadratmeter-Zelle. Rund 700 Unternehmen aus 43 Ländern stellen bis Samstag aus, mehr als 60 Prozent von ihnen kommen aus dem Ausland. Zur letzten Orgatec vor zwei Jahren waren 55 000 Fachbesucher gekommen.

HB KÖLN. Im Trend liegen mobile Arbeitsplätze, die mit ein paar Handgriffen zusammengeklappt und weggeschoben und dann wieder anderswo aufgebaut werden können. In der zunehmenden Zahl von Großraumbüros kommt dem Lärmschutz besondere Bedeutung zu. So gibt es jetzt Bürodrehstühle, die an Ohrensessel erinnern: Schalldämpfend schirmt die Lehne beide Gesichtshälften ab.

Als zukunftsweisend betrachten viele Aussteller einen Rotterdamer Versicherer, der zwar 3000 Beschäftigte hat, aber nur 1000 Büroarbeitsplätze. Dafür gebe es allerdings 30 verschiedene Themenrestaurants in der Firmenzentrale, sagte der Designer Joachim Sparenberg. „In einer anderen Umgebung andere Leute treffen und so auf andere Ideen kommen - das ist der Gedanke dahinter.“

In Deutschland arbeiten 17 Millionen Menschen im Büro. Den Deutschen steht dabei nach einer Studie neben Niederländern und Skandinaviern der meiste Raum zur Verfügung - Bulgaren und Schotten dagegen haben es eng. Nach einer Branchenumfrage ist etwa jeder dritte deutsche Büromensch gut eingerichtet, ein weiteres Drittel muss mit einem eher schlecht ausgestatteten Arbeitsplatz auskommen, und der Rest hat gar keinen festen Schreibtisch mehr.

Manche Unternehmen - vor allem Internet- und High-Tech-Firmen - gönnen ihren Beschäftigten luxuriöse Ruhezonen. Dort kann sich der Beschäftigte in der Pause ganz seiner jeweiligen Stimmung hingeben: Wünscht er sich an die Nordsee, gibt es eine bläuliche Beleuchtung, Meeresrauschen und Salzgeruch. „Das ist keine Zukunftsmusik, das ist alles heute schon zu kriegen“, sagte Sparenberg.

Es sei erwiesen, dass Büroangestellte effizienter arbeiteten, wenn sie zum Beispiel nicht durch Lärm abgelenkt würden, sagte Orgatec-Pressesprecher Hans-Joachim Weimann. Ob schönere Büros allerdings generell die Leistung steigern, ist umstritten.

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