Bugaboo macht alles anders als die Konkurrenz
Bunte Buggys

Heidi Klum hat einen, Gwyneth Paltrow auch. Und Miranda von "Sex and the City": Buggys von Bugaboo sind der Ferrari unter den Kinderwagen und kosten soviel wie ein gebrauchter Kleinwagen. Der Siegeszug des niederländischen Unternehmens ist vor allem ein Marketing-Erfolg.

KÖLN. Rosa und hellblaue Babyzimmer, funktionale Kinderautositze, pädagogisch wertvolles Spielzeug. Die Messe "Kind + Jugend" in Köln ist ruhig und beschaulich. Nur an einem Stand ist dies anders, dort tönen südamerikanische Rhythmen, palavern Einkäufer und staunen die übrigen Messebesucher über einen Kinderwagen, der in schlichten Farben und ohne Teddybärdessins auskommt. Inmitten dieses Gewirrs tänzelt, lacht und scherzt Madeleen Klaasen. Der Messestand ist ihr Werk, er trägt ihre Handschrift. Die attraktive 43-Jährige ist Marketingvorstand von Bugaboo.

Die niederländische Firma stellt Kinderwagen her, die weltweit zu den beliebtesten zählen. Das gerade einmal neun Jahre alte Unternehmen setzt inzwischen mit 450 Mitarbeitern pro Jahr rund 70 Mill. Euro um. Der große Erfolg in dieser eigentlich national begrenzten Branche ist vor allem ein Marketingerfolg - für diese Leistung hat Klaasen gestern Abend in Frankfurt den Preis "CMO of the year 2008" erhalten.

Bereits seit 2001 arbeitet sie für den Kinderwagenhersteller. Davor war sie sieben Jahre für den Sportartikelhersteller Nike tätig. Klaasen, die ihren Abschluss an der Universität von Amsterdam gemacht hat, sieht viele Parallelen zwischen beiden Firmen. "Ich möchte, dass die Leute Spaß haben bei der Arbeit", sagt sie - und lächelt, um das Gesagte zu unterstreichen. Nie käme es ihr in den Sinn, sich für eine Messe in einen unbequemen Anzug zu zwängen. Stattdessen trägt sie weite Jeans, einen lässigen Pullover - und Flip-Flops. Sie verkörpert damit "the Bugaboo-Way", wie sie es nennt.

Dieser Weg besteht vor allem darin, so ziemlich alles anders zu machen als die Konkurrenz. Während Wettbewerber wie Teutonia oder Hauck gerne Babys in ihren Anzeigen abbilden und die Motive in Elternzeitschriften platzieren, steuert Bugaboo gänzlich andere Medien an. "Wir waren der erste Kinderwagenhersteller, der in ,Elle? inseriert hat", erinnert sich Klaasen. Oder in Wirtschaftsblättern und Designmagazinen. Die Philosophie dahinter erklärt sie so: Bugaboo will sich nicht nur an die "Welt der Schwangeren" richten, sondern an die "normale Welt der Erwachsenen". Denn genau diese Erwachsenen sollen schließlich für den Bugaboo weit mehr als 800 Euro ausgeben - das zahlt so mancher für einen gebrauchten Kleinwagen. Und so wirbt Klaasen auch mit Begriffen aus der Autowelt, wenn sie von der "Freiheit der Mobilität - mental und physisch" spricht.

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