Bundesbankvorstand Edgar Meister wird am Samstag 65 Jahre alt
Halb Banker, halb Politiker

Der drahtige Hesse ist im Vorstand für Banken und Finanzaufsicht zuständig. Zurzeit prüft er, wie sich die Vorschläge des EU-Parlaments zur Umsetzung von Basel II auf den Wettbewerb auswirken.

FRANKFURT/M. Von seinem Büro im 12. Stock der Bundesbank aus sieht er in der Ferne die Frankfurter Bankentürme. Diese gesunde Distanz zu seiner Arbeit braucht Edgar Meister. Der drahtige Hesse ist im Vorstand für Banken und Finanzaufsicht zuständig. Zurzeit prüft er, wie sich die Vorschläge des EU-Parlaments zur Umsetzung von Basel II auf den Wettbewerb auswirken. Zum Teil scheinen sie die privaten Banken, zum Teil die Sparkassen und Volksbanken zu benachteiligen. Offiziell hat die Bundesbank noch nicht Stellung genommen. Aber Meisters Credo ist bekannt: „Gleiche Risiken sollen gleich behandelt werden.“

Um den Mittelstand hat sich der wirtschaftsnahe Sozialdemokrat schon während der Verhandlungen über Basel II verdient gemacht: Mittelstandskredite werden günstiger behandelt als vorgesehen. Dank seines Einsatzes müssen zudem langfristige Kredite mit weniger Kapital unterlegt werden als geplant.

Von Hause aus Jurist, gilt der Finanzmarktexperte als zielorientiert und kluger Taktiker. „Er weiß seine Interessen wahrzunehmen, ohne dass er dazu unbedingt offen in Erscheinung treten muss“, beschreibt ihn ein Weggefährte. „Er ist politisch gut vernetzt.“ Die Kontakte hat er in seiner Zeit als Finanzminister von Rheinland-Pfalz Anfang der neunziger Jahre geknüpft.

Als Vorsitzender des bei der Europäischen Zentralbank angesiedelten Ausschusses für Bankenaufsicht setzt sich Meister unermüdlich für die Verbesserung der europäischen Bankenaufsicht ein. Für das Amt qualifizierte ihn unter anderem seine langjährige Erfahrung in der Kreditwirtschaft.

Seine Mitarbeiter schätzen, dass Meister hinter der Arbeit immer auch den Menschen sieht. Er ist ruhig und verbindlich und jung geblieben – nicht zuletzt durch Golf, Skifahren und die 30 Minuten pro Tag im privaten Fitness-Studio. Dabei verfolgt er die morgendlichen Nachrichten. Am Samstag wird der gebürtige Kasseler 65 Jahre alt. Der Bundesbank bleibt er noch zwei Jahre erhalten. Sie gibt für ihn am Montag einen Empfang.

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