Burkhard Lohr folgt auf Norbert Steiner

K+S bekommt 2017 neuen Chef

Streit um Salz-Abwässer, abgewehrter Übernahmeversuch aus Übersee, Abstieg aus dem Dax: Beim Düngemittel-Konzern K+S war die Lage zuletzt eher durchwachsen. Ein neuer Chef soll frischen Wind bringen.
Norbert Steiner (l) , wird im Mai 2017 den Chefsessel für Finanzvorstand Burkhard Lohr räumen. Quelle: dpa
Wechsel im K+S-Vorstand

Norbert Steiner (l) , wird im Mai 2017 den Chefsessel für Finanzvorstand Burkhard Lohr räumen.

(Foto: dpa)

Kassel/BerlinDer Dünger- und Salzproduzent K+S bekommt im Mai 2017 einen neuen Chef. Der derzeitige Finanzvorstand Burkhard Lohr (53) soll dann Norbert Steiner ablösen. Diese Entscheidung habe der Aufsichtsrat des Kasseler Konzerns getroffen, teilte K+S am Mittwoch mit. Steiner (61) gehe in den Ruhestand. Am Aktienmarkt wurde die Nachricht in einer ersten Reaktion leicht positiv aufgenommen. Das Unternehmen bekräftigte zudem, trotz einer schweren Panne an den Ausbauplänen für seine neue Kali-Mine in Kanada festzuhalten.

„Wir sind überzeugt, dass mit Burkhard Lohr an der Spitze der erfolgreiche Kurs und der Generationenwechsel weiter vorangetrieben wird“, hieß es bei K+S. Zuletzt hatten die Kasseler mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen gehabt. So waren Manager angeklagt worden, weil der Kali-Produzent Trinkwasser mit Salzabwasser verunreinigt haben soll. Im Juni stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Verantwortliche der Tochter K+S Kali GmbH wegen versuchter Gewässerverunreinigung mangels Tatverdacht aber ein. Steiner kündigte zudem an, dass sich K+S gegen Festlegungen der Bundesländer zur Verringerung der Salzkonzentration in Werra und Weser wehren wolle.

Im Mai hatte das Management bei der Hauptversammlung Kritik von Anlegern einstecken müssen. Diese zeigten sich enttäuscht über den Aktienkurs seit dem Scheitern der Übernahmepläne des kanadischen Konkurrenten Potash 2015. Steiner verteidigte sich: Das Angebot der Kanadier habe „nicht den fundamentalen Wert“ von K+S reflektiert. K+S war aus dem deutschen Leitindex Dax in den MDax abgestiegen.

In Kanada will der Konzern nun selbst das Abbauprojekt „Legacy“ vorantreiben. Bis Ende 2017 soll die Mine eine Jahreskapazität von zwei Millionen Tonnen Kali erreichen, wie K+S am Mittwoch zur offiziellen Inbetriebnahme mitteilte. „Mit „Legacy“ werden wir unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit deutlich stärken, was im Ergebnis der gesamten K+S-Gruppe zugutekommt“, sagte Steiner.

Diese Mine machte K+S zur Zielscheibe
„Land der lebenden Himmel“
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Saskatchewans einziger Reichtum war in der Vergangenheit das Getreide. Sie war die Kornkammer Kanadas, und von hier wurde Getreide in die ganze Welt exportiert. Die Ähren schmücken noch heute das Autonummernschild Saskatchewans, das sich aber auch als „Land der lebenden Himmel“, Land of Living Skies, feiert...

Flach, flacher, Saskatchewan
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...was sich jedem erschließt, der durch den weiten, flachen Süden der Provinz fährt, über dem sich der Himmel mit einem faszinierenden Wolkenspiel wölbt. Der Name Saskatchewan klingt in europäischen Ohren sehr fremd. Saskatchewan ist eine der drei kanadischen Prärieprovinzen, zwischen Manitoba und Alberta gelegen. Und wie so viele Ortsbezeichnungen in Kanada hat das Wort einen indianischen Ursprung. Es leitet sich von dem Wort kisiskâciwanisîpiy aus der Sprache der Cree-Indianer ab und bedeutet „schnell fließender Fluss“. Zwei große Flüsse, der South- und der North-Saskatchewan River, fließen durch die Provinz.

Vom Winde verbogen
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Scheinbar pausenlos weht der Wind. Ungeschützt stehen Scheunen auf der mehr als hunderttausend Quadratkilometer weiten Ebene. Sie leisten Widerstand, und müssen sich dennoch dem Wind beugen.

Kali im Süden, Uran im Norden
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Der Süden der Provinz ist flach. Man müsse sich nur auf einen Stuhl stellen und könne eine großen Teil der Provinz überblicken, scherzen die „Saskatchewans“. Der Norden dagegen ist hügelig, mit Wäldern und Tausenden Seen. Und während im Boden des Süden Kali liegt, wird im Norden aus der Tiefe Uran gefördert. Momentan leidet die Provinz unter Waldbränden, Tausende Einwohner fliehen vor den Flammen.

Getreideparadies
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Die Verladestationen für Getreide und die Silos prägen noch heute das Bild des Südens von Saskatchewan.

Zug zu den Großen Seen
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Güterzüge bringen das Getreide an die Westküste oder an die Großen Seen, wo es auf Frachter umgeladen wird.

Größter Weizenproduzent Kanadas
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Der Weizenanbau prägte Saskatchewans wirtschaftliche Entwicklung, und noch heute ist Saskatchewan der größte Weizenproduzent Kanadas. 2012 wurden 12,7 Millionen Tonnen Weizen geerntet, daneben große Mengen an Raps, Roggen, Hafer und Gerste.

„Legacy“ ist mit einem Volumen von rund 3 Milliarden Euro die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Angesichts der zur Neige gehenden Kali-Vorkommen in Deutschland will sich K+S den Zugang zu den nordamerikanischen Ressourcen sichern. Bei einem Testlauf im Juli war ein schwerer Prozessbehälter abgestürzt und hatte andere Anlagen und Rohrleitungen zerstört. Daraus ergab sich eine Verzögerung beim Produktionsanlauf. Laut K+S arbeiten 4000 Menschen an der Baustelle.

Das Unternehmen ist der größte Salzhersteller der Welt, den Großteil des Gewinns machen die Kasseler aber mit der Produktion von Kali-Dünger für die Landwirtschaft.

  • dpa
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