Business-Coaching
Sparringspartner für Manager

Eins galten sie als Helfer in allen Lebenslagen, heute sind sie zunehmend in Unternehmen gefragt: Coachs sollen als Sparringspartner Führungskräfte handlungsfähiger machen und Managementprobleme beiseite schaffen – vor allem bei Übernahmen und Fusionen. Doch nicht nur die Nachfrage nach den Spezialisten steigt, auch die Anforderungen der Unternehmen nehmen zu.

MÜNCHEN. Das Geschäft brummt: Coachs kommen derzeit vor allem bei Fusionen, Übernahmen und größeren Umstrukturierungen zum Einsatz, wie eine aktuelle Untersuchung der Beratungsgesellschaft Kienbaum zeigt. Für Stundensätze von durchschnittlich 155 Euro sollen sie Managern dann zu mehr Führungskraft und besserer Selbststeuerung verhelfen.

Doch nicht nur die Nachfrage steigt, auch die Anforderungen der Unternehmen an Coachs nehmen zu. „Nicht jeder kann mehr alle Themen bedienen“, sagt Achim Mollbach, der die Studie für Kienbaum betreut hat. Nur diejenigen, die Management- oder Branchenerfahrung mitbringen und sich spezialisieren, werden künftig Chancen haben, lautet das Fazit der Untersuchung. Kommen die rund 5 000 seriösen Anbieter in Deutschland den gestiegenen Erwartungen auch nach?

Allzu oft haftet Coaching noch immer das Etikett der reinen Persönlichkeitsentwicklungsmaßnahme an. Für den Coaching-Experten Christopher Rauen ist dies unverständlich. „Vielleicht war das in den 1990er-Jahren der Fall, als sich in dem Bereich noch viele Therapeuten tummelten. Aber selbst die alten Hasen arbeiten im Business-Coaching heute mit Kunden ausschließlich an praktischen Problemen, die sich im Job ergeben.“ Für nichts anderes würden die Unternehmen schließlich bezahlen.

Tatsächlich hat nur noch ein Fünftel der Coachs in Deutschland einen psychosozialen Hintergrund, wie die aktuelle Marktuntersuchung des Deutschen Bundesverbands Coaching zeigt. Praktische Erfahrung im Management ist gefragt: Jeweils annähernd 30 Prozent kommen aus dem kaufmännischen Bereich beziehungsweise aus Beraterberufen (siehe Grafik). „80 Prozent bringen Führungserfahrung mit“, erläutert der Kölner Psychologe und Studienautor Jörg Middendorf. Wer sich als Coach halten will, hat die Zeichen der Zeit offenbar erkannt.

Kienbaum-Experte Mollbach sieht jedoch noch Nachholbedarf. Er wünscht sich mehr Zusatzqualifikationen in mehreren Disziplinen. „Um gut beraten zu können, muss ein Coach mehrere Brillen aufsetzen können. Die eine oder andere Ausbildung wird diesen Anforderungen noch nicht gerecht.“ Aus Sicht von Christopher Rauen muss ein guter Coach Qualifikationen aus Psychologie, Soziologie, Gruppendynamik, Organisationslehre und Betriebswirtschaft mitbringen.

Entscheidend für die erfolgreiche Arbeit ist profunde Erfahrung. „Sonst neigt man dazu, zum Ratgeber zu werden“, sagt Rauen. Auch hier stellt die Coaching-Umfrage den Anbietern der Dienstleistung ein gutes Zeugnis aus. 52,5 Prozent von ihnen sind seit mehr als fünf Jahren im Geschäft. 19 Prozent bringen sogar eine Erfahrung von über zehn Jahren mit. Für Rauen ein Qualitätsmerkmal, denn nach fünf Jahren trenne sich die Spreu vom Weizen.

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