Business-Wissen
Gemischtes Doppel

Erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit ohne explodierende Kosten? Mehrere Studien zeigen unabhängig voneinander, dass F&E-Teams mit einem Mix aus internen Mitarbeitern und externen Experten wesentlich erfolgreicher arbeiten als interne Arbeitsgruppen.

Der Druck auf Unternehmen zur Entwicklung erfolgreicher neuer Produkte ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen – und zugleich wesentlich komplexer geworden. Allerdings: Dieser Trend bedeutet nicht, dass die Zahl der in Forschung und Entwicklung tätigen Mitarbeiter ebenso rasant steigt. Im Gegenteil: Auch in diesen Abteilungen fahren viele Firmen weiterhin einen vorsichtigen Kurs, mit dem sie die Kosten im Griff behalten wollen. Zugleich aber ist in der F&E tiefes Spezialwissen gefragt.

Dieses Dilemma versuchen manche Firmen dadurch zu lösen, dass sie Teams aus festangestellten Mitarbeitern und externen Fachleuten formen, die auf Projektbasis engagiert werden. Eine Strategie, die sich nicht nur aus Kostengründen lohnen kann.

Denn solche gemischten Teams sind oft deutlich produktiver als interne Teams. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter 489 Managern des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Fachhochschule Ludwigshafen. Die Studie „Mixed Teams – Treiber des Projekterfolgs?“ wurde gestern vorgestellt, sie wurde von der Rekrutierungsfirma Hays in Auftrag gegeben.

Den Produktivitätsvorteil gegenüber internen Teams beziffern die befragten Manager auf Basis ihrer persönlichen Erfahrungen im Mittel auf 26,6 Prozent. Aus ihrer Sicht können gemischte Teams vor allem die Probleme schneller erkennen und das Methodenwissen besser bündeln, zeigt die Befragung. Zudem lieferten sie bessere Ergebnisse bei der Einhaltung der Zeitvorgaben und beim Erreichen der vorgegebenen Projektziele.

Entscheidender Vorteil aber ist nach Ansicht der befragten projekterfahrenen Führungskräfte, dass gemischte Teams mehr tragfähige Lösungen erarbeiten. Jutta Rump, Professorin und geschäftsführende Leiterin des IBE, prophezeit daher, dass Firmen befristete und flexible Bindungen künftig stärker nutzen werden, um Wissen in Teams besser zu bündeln. Besonders geschätzt sind gemischte Teams in der Chemie- und Pharmabranche, im Handel und in der Logistik sowie bei Banken und Versicherungen, zeigt die Studie.

Wie bedeutend solche gemischten Teams für die Entwicklung neuer Produkte sind, unterstreichen Henrik Bresman von der Insead Business School und Deborah Ancona von der MIT Sloan School of Management in ihrem neuen Buch „X-Teams“. Trotz Besetzung mit hochqualifizierten Mitarbeitern, scheiterten die Projekte vieler interner Teams daran, dass sie zu sehr in gewohntem Denken und abgesteckten Grenzen gefangen sind, argumentiert Bresman. Größtes Manko: Ihnen fehle meist der Bezug zur Kundensicht.

Allerdings bergen gemischte Teams auch Gefahren: Immer wieder müssen externe Experten auf Zeit integriert werden, ohne dass bei heiklen Projekten nachher wertvolles Wissen wieder abfließt.

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