Business-Wissen
Was Unternehmen treibt

Gibt es wirklich diese eine Kraft, die Unternehmen über Jahrzehnte hinweg antreibt, sich immer wieder weiterzuentwickeln? Was unterscheidet diese Firmen von anderen? Und warum sind Gewinnstreben und sogar Unternehmensziele kein Auftrag? Antworten will der Management-Berater Nikos Moukogiannis geben.

Natürlich wollten Sie schon immer wissen, was großartige Unternehmen antreibt, oder? Eine gute Wachstumsstory, straffes Kostenmanagement, ein eingespieltes Managementteam, motivierte Mitarbeiter ... Das ist alles nicht falsch. Aber ohne einen Auftrag dahinter ist das alles wenig wert. Das zumindest behauptet der Harvard-Absolvent und langjährige Managementberater Nikos Mourkogiannis in dem Buch „Der Auftrag – Was großartige Unternehmen antreibt“, das nun in einer eigenen deutschen Ausgabe mit den beiden deutschen Co-Autoren Gregor Vogelsang und Stefanie Unger bei Wiley-VCH erschienen ist.

Doch was ist überhaupt ein Auftrag? Wer beauftragt hier eigentlich wen? Und: Können Manager ihren Auftrag auf den nächsten Chefposten mitnehmen? Drei Fragen, drei Antworten. „Der Auftrag ist unsere moralische DNS“, sagt Mourkogiannis. „Er kommt überall dort zum Ausdruck, wo wir in voller Überzeugung handeln. Er ist unsere Antwort, wenn wir gefragt werden, was richtig ist – im Unterschied zu dem, was als sachlich korrekt angesehen wird.“

Zur Frage, wer wen eigentlich beauftragt, gibt der Autor eine klare Antwort: Jeder muss seinen Auftrag für sich entdecken. So wie Ferdinand Porsche seine Leidenschaft für Entdeckungen zum Auftrag für sein Unternehmen machte oder Ingvar Kamprad mit seinem eigenwilligen Altruismus unter anderem den Kunden als Mitarbeiter gewann. Die Antwort auf die dritte Frage gestaltet sich da schon schwieriger. Denn ein Auftrag kann erledigt werden, wie die Rettung der Georgsmarienhütte durch Jürgen Großmann. Ein Auftrag kann einen aber ein Leben lang begleiten, wie sicher die allermeisten Familienunternehmer bestätigen.

Doch wer ehrlich ist, stellt fest, dass die Sache mit dem Auftrag gar nicht so leicht zu fassen ist. Mourkogiannis war das offenbar klar, denn er erklärt zunächst, was alles kein Auftrag ist: Gewinnmaximierung, langfristig Ziele, Unternehmensprinzipien ... Ja, was denn dann? Der Auftrag soll moralisch sein und den Gewinn nicht maximieren?

Das klingt doch sehr nach Management in guten Zeiten, möchte so mancher einwenden. Doch Mourkogiannis zitiert den US-Naturpflegeprodukthersteller Tom Chappell, der den Unterschied klarmacht: „Bei den ersten Anzeichen einer Krise fängt man an, sich mehr Gedanken über die Geschäftszahlen zu machen, als über die Mission“, sagt der Gründer von Tom’s of Maine. „Sind die Unternehmensprinzipien aber Ausdruck eines echten Auftrags, dann spielen sie in dem Unternehmen eine herausragende Rolle und treten besonders dann hervor, wenn schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen.“ Heißt das, der Auftrag ist größer als die Krise und wichtiger als der Gewinn? Ja, sagt Nikos Mourkogiannis.

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