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Sportliche Rechtsanwältin darf werben

Eine Rechtsanwältin mit Schwerpunkt "Sportrecht" warb in einer Broschüre damit, dass sie Mitglied der Nationalmannschaft der Deutschen Demokratischen Republik für rhythmische Sportgymnastik gewesen sei, mehrfache DDR Meisterin und in internationalen Wettkämpfen erfolgreich und zehn Jahren Hochleistungssportlerin.

Ein "guter Kollege" fand, dass das über die zulässige Anwaltswerbung hinausgehe und gewann vor dem Landgericht und dem Oberlandesgericht. Die sportliche Rechtsanwältin rief das BVerfG zu Hilfe. Das stellte fest, dass Sportler als Werbeträger heutzutage zum alltäglichen Erscheinungsbild gehörten. In vielen Bereichen würden sie als Leistungs - und Sympathieträger eingesetzt. Wer einen Beruf auszuübe, müsse auch das Recht haben, seine Kenntnisse und Fähigkeiten oder rechtmäßig erlangte Titel nach außen dokumentieren zu können.

Bei an einer auf Sportrecht spezialisierten Anwältin gehe der Hinweis auf die eigene sportliche Betätigung über die bloße Imagewerbung hinaus und gebe den Interessierten Informationen über die Kenntnisse und Erfahrungen des Beraters. Einem Mandanten, der sich in einem Fall mit Sportrecht Rechtsrat einholen will, werde daran gelegen sein, einen Rechtsanwalt aufzusuchen, der sich auf Grund seines Vorverständnisses schneller in den Sachverhalt eindenken kann oder sich in den Verbandsstrukturen auskennt. Deswegen sei der Hinweis nicht zu kritisieren, wenn er der Wahrheit entspreche.

BVerfG vom 4.8.2003 ; 1 BvG 2108/02

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