Carlos Ghosn
Nissan-Chef gibt Leitung von Nordamerikageschäft auf

Der Manager Carlos Ghosn wird sich künftig wieder mehr Nissan widmen. Der Chef des japanischen Automobilerherstellers, der zudem als Konzernchef von Renault agiert, kündigte am Freitag an, er werde die Leitung von Nissans Amerika-Aktivitäten aufgeben.

HB TOKIO. Ghosn reagiert mit dieser Entscheidung offensichtlich auf die Bedenken der Anleger. Diese hatten beklagt, der Manager habe an zu vielen Fronten zugleich tätig sei und Nissan daher vernachlässige.

Die am Freitag angekündigte Reorganisation sehe zudem vor, dass Nissan-Produktionschef Toshiyuki Shiga sich künftig ausschließlich auf die Inlandsaktivitäten konzentrieren wird. Die Neuordnung mag für manche Investoren enttäuschend sein, hieß es. Einige hätten mit drastischeren Managementänderungen bei dem gemessen am Umsatz drittgrößten japanischen Fahrzeughersteller gerechnet.

Die Hoffnung auf umfassende Maßnahmen zur Wiederbelebung von Nissan hatte Ghosn selbst vor einiger Zeit geweckt. Nach einer Gewinnwarnung im Februar - wegen schleppender Geschäfte in Japan und Nordamerika - hatte der CEO die „Einführung neuer Energie in das Management“ angekündigt.

Mit dem neuen Management wolle Nissan ihr operatives Geschäft stärken, sagte der Personalverantwortliche Hitoshi Kawaguchi. Für den US-Markt sei künftig Hiroto Saikawa zuständig. Dessen Aufgaben in Europa werde Hidetoshi Imazu übernehmen.

Nissan macht im ohnehin stagnierenden Inlandsmarkt die alternde Modellpalette zu schaffen. In den USA beeinträchtigen die hohen Treibstoffpreise den Absatz von großen Pickups und Geländewagen. In den neun Monaten per Ende Dezember sank der Verkauf in Japan um 13,1 Prozent auf 498 000 Einheiten, in den USA um 6,9 Prozent auf 756 000 Stück.

Unterdessen teilte Nissan mit, das Unternehmen wolle seine Fertigung in zwei Werken in Japan senken. Der Grund dafür sei eine voraussichtlich schwächere inländische Nachfrage. Nissan bestätigt damit einen Bericht der Zeitung „Nikkei“ (Freitagausgabe). Diese hatte berichtet, dass die Fertigung in der Präfektur Kanagawa und Tochigi um 20% gesenkt werden soll.

„Die Inlandsnachfrage wird sich voraussichtlich leicht abschwächen“, sagte eine Nissan-Sprecherin. Ziel sei es, mit der Kürzung den Fahrzeuglagerbestand auf ein „angemessenes“ Niveau zu verringern. Von den Plänen betroffen seien ab April die Werke in der Präfektur Kanagawa und Tochigi.

2006 ging der Verkauf von Nissan in Japan um 11,5% zurück. Die inländischen Wettbewerber verbuchten im Gegensatz nur einen Absatzrückgang auf dem Heimatmarkt von 1,3 Prozent bzw. 1,7 Prozent. Der Export von Nissan ermäßigte sich um 4,6 Prozent. Toyota steigerte unterdessen den Export um 20 Prozent, und die japanischen Werke laufen mit voller Auslastung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%