Carlos Slim: Multimilliardär, der zu Gold macht, was er anfasst

Carlos Slim
Multimilliardär, der zu Gold macht, was er anfasst

Carlos Slim hat ein Näschen für den richtigen Zeitpunkt, um bei angeschlagenen Unternehmen zum Sonderpreis einzusteigen. Jetzt baut der mexikanische Multimilliardär sein Engagement bei der „New York Times“ noch aus. Manch einer wird auf den Ruf hoffen, den sich Slim erworben hat: alles zu Gold zu machen, was er anfasst. Doch auch er hat in der Krise viel Geld verloren.

MEXIKO-STADT/DÜSSELDORF. In der gegenwärtigen Krise wird der 68-Jährige häufig als möglicher Retter ins Spiel gebracht. Im vergangenen Herbst etwa beim spanischen Medienkonzern Grupo Prisa, zu dem auch die Zeitung "El País" gehört. Um den Jahreswechsel wurden Carlos Slim Pläne zur Übernahme des Formel-1-Rennstalls Honda nachgesagt, die er aber dementieren ließ. Anfang Dezember sicherte er sich für rund 150 Mio. Dollar ein Prozent der Anteile an dem taumelnden US-Finanzkonzern Citigroup - ein gutes Geschäft, denn Citigroup hat im Lauf des Jahres 2008 Hunderte Mrd. Dollar an Börsenwert eingebüßt und war deshalb billig zu haben.

Das Vertrauen in seine Fähigkeiten als Sanierer zeigt die Börsenreaktion: Nach Slims Einstieg sprang die Aktie des Kreditinstituts um mehr als zehn Prozent nach oben. Ähnlich war es bei seiner Beteiligung an der New York Times Company im September. Am Tag, nachdem einer der reichsten Menschen der Welt für 127 Mio. Dollar 6,4 Prozent des Unternehmens erworben hatte, stieg der Aktienkurs so stark wie lange nicht mehr: um fast sieben Prozent. Und nun will Slim einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge zusätzlich für möglicherweise Hunderte Mio. Dollar stimmrechtslose Vorzugsaktien an der Zeitungsgruppe erwerben. Es gehe um rund 250 Mio. Dollar zitiert die "New York Times" an der Transaktion Beteiligte, am Ende könne der Mexikaner zum wichtigsten Großaktionär des Medienkonzerns werden. Das von der Zeitungskrise getroffene Prestige-Blatt "New York Times" braucht dringend frisches Kapital, um seine Kredite bedienen zu können.

Nun hilft Slim der angeschlagenen „New York Times“ mit 250 Mio. Dollar aus der Finanzklemme. Wie das Renommierblatt am Montagabend auf seiner Internetsite berichtete, erwirbt Slim über seine Investmentbank Inbursa und sein Immobilienunternehmen Carso Wandelanleihen mit einer sechsjährigen Laufzeit, die er in Vorzugsaktien umwandeln kann. Der New Yorker Medienkonzern hat die Kapitalspritze dringend nötig. Den Verlag drücken 1,1 Mrd. Dollar langfristiger Schulden. Und ein Kreditrahmen von 400 Mio. Dollar läuft im Mai aus.

Die alles überstrahlende Größe in der lateinamerikanischen Wirtschaft vermehrt ihr Vermögen mit Schnäppchen aller Art. Der für seinen spartanischen Lebensstil bekannte Mann mit dem grauen Schnurrbart hat sich in den vergangenen 20 Jahren den Ruf erworben, angeschlagene Unternehmen aufzukaufen, sie zu sanieren und in florierende Firmen zu verwandeln. Als Apple kriselte, sichert sich Slim einen dreiprozentigen Anteil. Dann kam der iMac auf den Markt und der Kurs verfünffachte sich. Mit MCI, vormals Worldcom, machte der Witwer 500 Mio. Dollar Gewinn.

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