Carmen Thyssen-Bornemisza verwaltet das Vermögen ihres Mannes und macht sich als Kunstsammlerin einen Namen
Die Bilder der Baronin

Wie ein junges rebellisches Mädchen wirkt die Baronin in ihrer grauen, luftigen Seidenhose, den klobigen Sandalen und dem wilden, blond gefärbten Haar, das ihr offen auf die Schultern fällt.

MADRID. Dabei ist es über 43 Jahre her, dass Carmen Thyssen-Bornemisza zur Miss España gewählt wurde. Doch ihr Alter, darüber spricht die 61-Jährige nicht gern. Und in der Presse sieht sie sich am liebsten auf Archiv-Fotos.

Ein Vermögen von drei Milliarden Euro soll Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza de Kaszon, einer der größten und erfolgreichsten Kunstsammler der Welt, seiner Witwe und seinen Kindern im April 2002 hinterlassen haben. Heute verwaltet Carmen Thyssen-Bornemisza nicht nur einen Großteil des Familienvermögens. Die Ex-Schönheitskönigin führt auch die Leidenschaft ihres verstorbenen Ehemannes fort und macht sich als Kunstsammlerin einen Namen.

Die Baronin ist nicht elegant und diskret, wie man es von Adligen erwartet. Im Gespräch sitzt die Spanierin breitbeinig auf ihrem Stuhl und raucht im 15-Minuten-Takt. „Ich arbeite gern im Garten“, sagt sie. Friseure mag sie nicht, und zum Frühstück verspeist sie nicht Kaviar, sondern Toast und Spiegeleier.

So viel Bodenständigkeit ist der Konkurrenz in der Kunstszene suspekt. „Sie hat eine einfache Erziehung genossen, der Sprung in die Aristokratie war wohl ein paar Nummern zu groß“, lästern böse Zungen aus dem Madrider Vorzeigemuseum Prado – es liegt direkt gegenüber dem Museum Thyssen-Bornemisza. Auch verstehe sie nicht wirklich etwas von Bildern, wird gemunkelt. „Vielleicht ist es aber auch einfach nur Neid, dass sie das Geld hat, sich jedes Bild zu kaufen, was ihr gefällt“, sagt der spanische Kunstsammler Diego del Alcalzar.

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