Carolyn McCall
Die neue selbstbewusste Easyjet-Chefin

Carolyn McCall hat vor allem eines versprochen: Als neue Konzernchefin werde sie wieder Ruhe und Stabilität in die Billigfluglinie Easyjet bringen. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn auch wenn der Streit um die Namensrechte mit dem Airline-Gründer Stelios Haji-Ioannou beigelegt ist - der Großaktionär ist noch nicht besänftigt.
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LONDON. Als Carolyn McCall sich zum ersten Mal in ihrem neuen Job als Easyjet-Chefin zu Wort meldete, brach der Aktienkurs des Unternehmens um sieben Prozent ein. Als sie sich zum zweiten Mal öffentlich äußerte, stieg er um zwölf Prozent. Am Dienstag hatte McCall ihren dritten Auftritt, und der Aktienkurs fiel um vier Prozent.

Diese etwas verhaltenere Reaktion dürfte eher in ihrem Sinne sein, schließlich hatte die 49-Jährige bei ihrem Antritt als Easyjet-Chefin im Juli dieses Jahres vor allem eines versprochen: Sie werde wieder für Ruhe und Stabilität bei der Billigfluglinie sorgen. Zuvor hatten Querelen mit dem Gründer und Großaktionär Stelios Haji-Ioannou einige Topmanager vergrault und zu einem Gerichtsstreit geführt.

Vor Gericht ging es um die Frage: Wie viel muss das Unternehmen zahlen, um den Namen "Easyjet" zu behalten, der Haji-Ioannou gehört? Diesen Disput hat McCall in letzter Minute außergerichtlich gelöst. 0,25 Prozent des Umsatzes werden fällig. Über die mindestens zehnjährige Laufzeit des Vertrags könnte Haji-Ioannou mehr als 80 Mio. Pfund mit den Markenrechten verdienen. McCall ist ihm damit recht weit entgegengekommen.

Doch das hat den Mann noch nicht endgültig besänftigt. Er dringt weiterhin darauf, dass Easyjet seine Expansion stoppt und eine deutlich höhere Dividende zahlt als am Dienstag angekündigt.

Ihre Eltern hätten ihr viel Selbstbewusstsein auf den Weg gegeben und das Gefühl, sie könne alles schaffen, hat Carolyn McCall einmal erzählt. Sie wird das gut gebrauchen können, denn Stelios Haji-Ioannou gibt nicht nach.

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