Castellano hat Hoffnung auf Karrieresprung aufgegeben
Zara-Chef verlässt Inditex

Der Textilkonzern Inditex verliert einen seiner Veteranen: José María Castellano ist bereits seit 1984 mit an Bord, seit 1997 als Vorstandsvorsitzender der Modekette Zara. Lange galt Castellano als Nachfolger des Eigentümers und Präsidenten Amancio Ortega.

Der 70-Jährige tat sich schwer, einen Nachfolger zu finden. Im Frühjahr bestellte er schließlich Pablo Isla – und drehte dadurch das Personalkarussell bei Inditex in eine andere Richtung, als viele zuvor angenommen hatten. Statt Ortega geht nun sein erfolgreichster Manager, der die Expansion des Konzerns ins Ausland eingeleitet und das Logistiksystem perfektionierte, ohne dass Zara niemals so groß geworden wäre. Bei Inditex heißt es, Castellano habe selbst darum gebeten, keine Geschäftsverantwortung mehr zu tragen: „Nach mehr als 20 Jahren bei Inditex geht eine Etappe zu Ende.“

Aber Adolf Vilanova, Experte für Familienunternehmen an der Businesshochschule Esade in Barcelona, glaubt, dass etwas anderes dahinter steckt: „Castellano hat sicherlich damit gerechnet, dass er schneller an die Spitze kommt. Aber Ortega scheint einfach nicht gehen zu wollen.“

Und ohnehin sei Isla mit seinen 41 Jahren deutlich jünger als der 58-jährige Castellano. Bevor Isla im Juni zu Inditex kam, war er Co-Präsident des französisch-spanischen Tabakkonzerns Altadis. „Vor allem seine diplomatische und moderate Art dürften Ortega gefallen“, sagt David Cabeza vom Madrider Broker Renta4. Für Castellano dagegen wird derzeit ein Posten in der Stiftung von Amancio Ortega geschaffen: „In ein paar Jahren wird er sich dann wohl komplett zur Ruhe setzen“, sagt Vilanova.

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