CEO von Roland Berger
Das Erbe des Beraters

Roland Berger hat Roland Berger und seinen Namen groß gemacht: Burkhard Schwenker darf sich darum kümmern, dass dies unter völlig veränderten Zeichen so bleibt – Ansichten eines Beratungsriesen in einer Handelsblatt-Reportage.

MÜNCHEN. Seine Rolex geht meist sieben Minuten vor. Sieben Minuten, das kann eine Ewigkeit bedeuten. In jedem Fall gibt es Luft für mindestens eine Marlboro. Wofür auch immer er diese paar Minuten braucht, Burkhard Schwenker hat entschieden, der Zeit stets ein kleines Stück voraus zu sein. Und das ist wirklich kein Zufall.

Schwenker? Das ist der kantige Mann im fast immer dunkelgrauen Anzug mit stets weißem Hemd und gestärktem Einstecktuch, das ebenso scharf geschnitten ist wie der Seitenscheitel links im dezent gegelten, schon etwas schütteren Haar. Seit eineinhalb Jahren ist Burkhard Schwenker CEO von Roland Berger.

Wenn eine Firma den Namen ihres Gründers trägt und der Gründer größter Anteilseigner und Aufsichtsratschef ist und diese Firma dann auch noch eine Partnerschaft von gut 130 ausgesprochen selbstbewussten Experten darstellt, dann hat der, der den Nachfolger des Gründers gibt, eine zweifelsohne interessante Aufgabe übernommen. Schwenker aber hinterlässt nicht den Eindruck, als wolle er sich von der Last der Verantwortung erdrücken lassen. Es ist vielmehr so, dass es ihm mit dem Wandel manchmal einfach nicht schnell genug zu gehen scheint.

Burkhard Schwenker, Roland Berger, zwei Männer, eine Firma. Roland Berger, das ist die größte aus Deutschland stammende Unternehmensberatung, hinter McKinsey in der Heimat nach Marktanteilen klar die Nummer zwei, europaweit die Nummer drei, in der Welt ist sie immerhin unter den Top fünf zu finden.

Roland Berger, das ist eine Erfolgsstory, und es ist die Geschichte eines Mannes, der sicher ein guter Berater und sicher ein guter Unternehmer war. Der aber vor allem eines ist: ein Meister der Vernetzung, ein Meister der Vermarktung. Von der „gut gemanagten Marketingkulisse“ ist unter Konkurrenten bis heute die Rede. Dabei ist die Firma längst schon eine andere geworden.

Roland Berger, das ist vor allem die persönliche Geschichte eines Mannes, der mit nichts als einem Büro und ein paar guten Ideen Unternehmensgeschichte schrieb. Roland Berger hat Roland Berger und seinen Namen groß gemacht, Burkhard Schwenker darf sich jetzt darum kümmern, dass dies unter völlig veränderten Zeichen so bleibt. Insofern ist er einer unter den vielen Reformern, die hier zu Lande die Arbeit aufgenommen haben. Dass der alte Fuchs ihm dabei noch dicht im Nacken sitzt, macht die Aufgabe nicht leichter.

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