Cesar Alierta
Kurioser Held

César Alierta ist eine Kultfigur in der weltweiten Telekombranche. Der Chef der spanischen Telefónica hängt durch mutige Zukäufe viele Konkurrenten ab.

DÜSSELDORF. Sein wichtigstes Arbeitsinstrument ist kein Blackberry, Notebook oder iPhone. Sondern ein simpler Taschenrechner. Mit ihm rechnet César Alierta die Ergebnisse seiner Regionalchefs nach und deckt Schwachstellen in der Bilanz auf.

Der 63-Jährige ist Chef des spanischen Telekomkonzerns Telefónica; eines Unternehmens, das von technischen Neuheiten lebt; das auf die Verknüpfung von Mobilfunk mit dem Festnetz setzt und auf das mobile Internet. Doch der Chef schwört eisern auf seinen Taschenrechner.

Der ältere Herr mit der großen Hornbrille und dem zerknautschten Gesicht kann sich solche Marotten leisten. In den acht Jahren an der Spitze von Telefónica hat er eine Art Kultstatus erlangt - nicht nur in Spanien, sondern in der gesamten Telekombranche.

Alierta stellt heute die Konkurrenz bei Umsatzwachstum und Gewinn in den Schatten. Er profitiert von zahlreichen Beteiligungen in den Boom-Märkten Südamerikas, aber auch vom bislang starken Spanien-Geschäft, das ebenso wie Südamerika rund 37 Prozent zum gesamten Umsatz beisteuert. Doch gerade auf dem Heimatmarkt kommen die Spanier nun unter Druck. Die Angst im Markt ist groß, dass der starke Konjunkturabschwung auf der Iberischen Halbinsel auch vor Telefónica nicht haltmachen wird.

Doch vorerst hat Alierta die Gefahr gebannt. Die Quartalszahlen, die er gestern veröffentlichte, beruhigten die Anleger: In Spanien sind Umsatz und Gewinn gestiegen. Und Alierta bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr. "Die Sorgen sind damit noch nicht ganz vom Tisch", sagt ein Analyst. "Aber Alierta hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er hält, was er verspricht. Das macht uns zuversichtlich."

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