Chef der niederländischen ABN Amro erhält Auszeichnung von Finanzjournalisten
Groenink wird „Banker des Jahres“

Rijkman Groenink ist der „European Banker of the Year 2004“. Diesen Titel verleiht dem Chairman der niederländischen Großbank ABN Amro die „Group 20+1“, ein Zusammenschluss von Finanzjournalisten führender europäischer Medien. Das wurde am Donnerstag bekannt. Die Preisverleihung findet traditionell im Frühsommer im Frankfurter Rathaus „Römer“ statt.

HB DÜSSELDORF. Der Preis kommt für Groenink in bewegten Zeiten. Er versucht seit Wochen – gegen den Widerstand der italienischen Notenbank –, die Übernahme der Volksbank Banca Popolare di Lodi durchzusetzen. ABN Amro bemüht auf diese Weise, als erste Auslandsbank das bisher als unüberwindbar geltende Veto der Banca d’Italia gegen ausländische Bankübernahmen auszuhebeln. Gelingt dies, könnte es der Start für eine Welle grenzüberschreitender Fusionen in der europäischen Kreditwirtschaft sein.

Rijkman Groenink steht seit fünf Jahren an der Spitze von ABN Amro und genießt international einen erstklassigen Ruf. Trotz der widrigen Lage in der Finanzindustrie hat er es geschafft, seine Bankgruppe unter den zehn größten und besten Banken des Kontinents zu positionieren.

ABN Amro hat eine Börsenkapitalisierung von 32 Milliarden Euro und kommt damit fast an die Deutsche Bank heran. Die Bilanzsumme liegt bei 565 Milliarden Euro. Die Bank ist mit rund 100 000 Mitarbeitern in 59 Ländern vertreten, ist also längst dem Heimatmarkt entwachsen. Mit harten Sparmaßnahmen, unter anderem dem Abbau von rund 10 000 Arbeitsplätzen, hat Groenink die Ertragskraft seines Hauses in den letzten Jahren deutlich gesteigert.

In den Vorjahren ist der Preis neben anderen an die Chefs von Unicredito, Alessandro Profumo, und der Royal Bank of Scotland, Fred Goodwin, gegangen. Auch der erste EZB-Präsident, Wim Duisenberg, gehört zu den Preisträgern.

Hermann-Josef Knipper
Hermann-Josef Knipper
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