Chef der Sparkasse Köln-Bonn gilt als heißer Kandidat
Dekabank vor erneutem Wechsel an der Spitze

Bei der Dekabank steht offenbar ein erneuter Wechsel an der Führungsspitze an. Der kommissarische Chef des zentralen Fondsdienstleisters der Sparkassen, Fritz Oelrich, wird nach Angaben aus dem Umkreis des Verwaltungsrats an diesem Donnerstag wahrscheinlich abgelöst. Oelrich sprang im März dieses Jahres als „Feuerwehrmann“ ein. Der frühere Vorstandschef, Axel Weber, war wegen der Probleme mit einem offenen Immobilienfonds der Deka zurückgetreten.

HB FRANKFURT. Als ein heißer Kandidat für die Nachfolge Oelrichs gilt Gustav Adolf Schröder, der Vorstandschef der Sparkasse Köln-Bonn und Bundesobmann der deutschen Sparkassenvorstände. Schröder wäre insofern eine gute Wahl, als er die Bedürfnisse der Sparkassen vor Ort genau kennt. Allerdings könnte Schröder wegen des Erreichens der Altersgrenze das Amt nur zwei bis drei Jahre ausüben.

Die Dekabank hat bereits unter Oelrich eine „Charme-Offensive“ vor Ort gestartet, um das „Fremdgehen“ der Sparkassen bei anderen Anbietern von Publikumsfonds einzudämmen. Dem Vernehmen nach könnte Oelrich als stellvertretender Vorstandsvorsitzender weiter an Bord der Dekabank bleiben. Seine Verdienste bei der Stabilisierung des offenen Immobilienfonds und bei der Wertentwicklung der großen Aktienfonds seien unbestritten, hieß es im Umkreis des Verwaltungsrats. Bei der Dekabank wollte man sich zur Verwaltungsratssitzung nicht äußern. Sparkassenchef Schröder war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Krise rund um den deutschen Deka-Immobilienfonds begann im Sommer 2004 mit der Verwicklung des Ex-Geschäftsführers Michael Koch in den Frankfurter Korruptionsskandal. Der daraus resultierende Vertrauensverlust bei den Anlegern und die hohen Leerstandsquoten einiger Immobilien-Objekte verursachten einen Liquiditätsabfluss aus dem Fonds in Milliardenhöhe. Viele Sparkassenvorstände zeigten sich verärgert über das damalige Krisenmanagement und die Kommunikationsstrategie des alten Vorstandschefs Weber.

Dekabank-Verwaltungsratspräsident Dietrich Hoppenstedt soll die Personalentscheidungen gestern in Berlin im kleinen Kreis vorbereitet haben. Das Institut gehört jeweils zur Hälfte den Landesbanken und Sparkassen – entsprechend groß ist der Abstimmungsbedarf im Vorfeld der Sitzung am Donnerstag. Die Dekabank ist nach der Deutsche-Bank-Tochter DWS die zweitgrößte Fondsgesellschaft in Deutschland, gefolgt von der genossenschaftlichen Union-Investment.

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