Chef der Tochter RAS löst Bremkamp ab
Kulturwandel bei der Allianz: Italiener steigt in Vorstand auf

Allianz-Chef Michael Diekmann baut den Vorstand um. Der Aufsichtsrat hat am Mittwoch den Italiener Mario Greco in den Vorstand von Europas größtem Versicherer berufen. Der 45-Jährige ist derzeit Chef der italienischen Allianz-Tochter RAS.

HB/cbu MÜNCHEN. Das langjährige Vorstandsmitglied Detlev Bremkamp scheidet Ende 2005 aus. Gleichzeitig wird Enrico Cucchiani, Chef der Konzerngesellschaft Lloyd Adriatico, in das erweiterte Führungsgremium IEC (International Executive Committee) berufen.

Diekmann setzt mit den beiden Personalentscheidungen ein Zeichen des Kulturwandels. Mit Greco zieht erstmals ein Italiener in den Vorstand ein. Zudem wird die Konzernsprache auch im Vorstand künftig Englisch sein. Derzeit sitzen mit Jan Carendi (Schweden) und Paul Achleitner (Österreich) zwei Ausländer im Konzernvorstand.

Gleichzeitig unterstreicht Diekmann mit den Personalien, dass er künftig die Zusammenarbeit der internationalen Konzerntöchter weiter forcieren wird. Greco kümmert sich schon um die weltweit grenzüberschreitende Kooperation bei Lebensversicherungen, Cucchiani um Sachversicherung. Konkrete Maßnahmen sollen bereits Anfang 2005 umgesetzt werden, hatte Diekmann Ende Oktober im Gespräch mit dem Handelsblatt angekündigt. Mit den grenzüberschreitenden Synergien sollen die Gewinne gesteigert werden. Die Aussagen Diekmanns, nun konzernweit Kooperation zu prüfen, hat intern für viel Wirbel gesorgt. Insbesondere die relativ autonom agierenden Regionalgesellschaften fürchten um ihre Unabhängigkeit.

Der in Neapel geborene Greco war zunächst für die Unternehmensberatung McKinsey tätig und heuerte 1995 bei RAS an. Dort stieg er schnell auf und wurde im Jahr 2000 zum Chef der börsennotierten Allianz-Tochter. Die Geschäfte entwickeln sich seitdem gut, Gewinn und Umsatz steigen. Diekmann wurde schon vor einiger Zeit auf ihn aufmerksam. Greco, der Anfang April in den Vorstand wechselt, übernimmt von Bremkamp zunächst die Zuständigkeiten für die wichtigen europäischen Märkte Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland. Wer nach dem Ausscheiden Bremkamps sich um die Industrieversicherung und die Rückversicherung kümmert, ist noch offen.

Mit Bremkamp verlässt Ende 2005 ein altgedienter Allianz-Vorstand den Konzern. Der gebürtige Hamburger, der schon 1965 zur Allianz kam, sitzt seit 1991 im Vorstand. Der 60-Jährige scheide auf eigenen Wunsch aus, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Im Aufsichtsrat folgt der bisherige Aventis-Vorstandschef Igor Landau auf Bertrand Collomb.

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