Die Chef-Beraterin
Blumen erfreuen nicht nur Helene Fischer

Im Arbeitsleben sind Blumen echte Kommunikationsprofis. Im Büro sind die Naturtalente völlig unterbewertet. Sie schaffen ein einzigartiges Arbeitsklima und wecken Sympathie. Wenn die Worte fehlen: Lasst Blumen sprechen!
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Es geht immer mal was schief, im Privatleben wie im Job, und dann muss man’s halt wieder gerade bügeln. Wenn andere darunter zu leiden haben, bittet man zusätzlich um Entschuldigung. So einfach ist das. Sollte man meinen. Offensichtlich aber nicht für jeden.
Beispielsweise hat der Kollege von Frau K. letzte Woche einen richtigen Bock geschossen. Diejenige, die sich beim Kunden zum Horst gemacht hat, war dann allerdings Frau K. Und der Herr Kollege? Spricht seit dem nicht mit Frau K. Geht ihr aus dem Weg, schaut in die andere Richtung. Es ist ihm peinlich, und er weiß nicht, was er sagen soll. Das geht gar nicht!

Allen, denen es ähnlich geht, wenn sie einmal genau die richtigen Worte finden sollten, möchte ich den Werbetext eines Blumenlieferanten ans Herz legen, den ich kürzlich gelesen habe:

„Sie wünschen sich einzigartige Geschäftsbeziehungen und ein angenehmes Arbeitsklima? Mit Blumen holen Sie sich echte Kommunikationsprofis ins Team. Blumen verfügen über beste Referenzen in unterschiedlichsten Branchen. Ihren Job erledigen sie mit viel Liebe zum Detail und sind dabei vielseitig einsetzbar: Blumen erregen Aufmerksamkeit, wecken Sympathie oder setzen Sie und Ihr Angebot in Szene. In allen Geschäftsbereichen zuhause und jeder Aufgabe gewachsen. Holen Sie diese Naturtalente als Verstärkung in Ihr Team – setzen Sie im Business auf Blumen!“

Wie wahr. Doch leider sind Blumen im Büro völlig unterbewertet – so wie die Pralinenkästen. Dabei sind Blumen doch wirklich die Naturtalente, wenn es darum geht, auszudrücken, wofür uns vielleicht das eine oder andere Mal die Worte fehlen. Neulich war ich in einem Blumenladen, ein Mann stürzte mit den Worten herein: „Können Sie mir helfen, ich habe gerade eine Kollegin beleidigt, was kaufe ich jetzt für Blumen?“ Die Blumenverkäuferin meinte nur trocken: „Einen Strauß roter Rosen besser nicht.“ Und da sind wir doch schon beim Thema: Schenken Sie mehr Blumen! Aber disqualifizieren Sie sich nicht mit der falschen Wahl. Ein Strauß roter Rosen für die Kollegin passt, wie gesagt, nicht – es sei denn, Sie machen ihr einen Heiratsantrag. Aber es gibt ja noch genügend andere Farben.

Für den Fall, dass Sie hier sicher gehen wollen, mischen Sie immer mehrere Blumen-Sorten und -farben, damit machen Sie nichts verkehrt. Denn jede Blume hat mindestens zwei Bedeutungen, und die eine hebt dann die Bedeutung der anderen auf. Die eine Frau steht auf die Calla, für die andere ist das eine Friedhofsblume. Die die eine liebt nur weiße Sträuße, für die andere sind das Krankenhaus-Sträuße.

Auch Männern darf man Blumen schenken

Die gute Nachricht ist: Jeder freut sich über Blumen, ja, und auch Männer. Auch Männern darf man Blumen schenken! Ich würde kein üppiges Bouquet schenken, lieber eine einzelne Blume, so eine coole Artischockenblüte zum Beispiel mit einer netten Karte. Und wenn Sie bei Ihrem Chef oder Helene Fischer eingeladen sind, dann ist es extrem stilvoll, wenn Sie die Blumen schon vor dem Event an die Adresse liefern lassen. Sie geben dem Gastgeber, Ihrem Chef oder Helene Fischer, die Möglichkeit sich an dem Tag um die Gäste zu kümmern und gleichzeitig Ihre Blumen zur Dekoration zu nehmen.

Es ist überhaupt die große Kunst des Blumenschenkens, abzuschätzen, wann die bombastische Geste (ein Blumenmeer an die Tür geliefert) angesagt ist, und wann die kleine Aufmerksamkeit passt, möglicherweise noch mit einem Augenzwinkern serviert. Der Kollegin, die sich die Nacht für die Präsentation um die Ohren geschlagen hat, vor dem Urlaub morgens auf dem Schreibtisch eine leere Coladose zu hinterlassen, darin ein Vergissmeinnicht – das nenne ich mal kreativ.

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und 55dresscodeberater.de. Außerdem ist sie Autorin.

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Sabina Wachtel
Sabina Wachtel
/ Kolumnistin, Unternehmerin

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