Die Chef-Beraterin: Ein bisschen Diskretion, bitte!

Die Chef-Beraterin
Ein bisschen Diskretion, bitte!

Laute Gespräche über Themen, die eigentlich vertraulich sind? Das geht gar nicht! Aber: Das passiert ständig, genau genommen immer und überall. Ein Plädoyer für ein bisschen mehr Diskretion und Takt.
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Die Marketing-Strategie einer internationalen Strategieberatung ist völlig danebengegangen; der Managing Partner wird seinen Hut nehmen. Das neue Produkt eines Industrieunternehmens scheint wohl doch nicht an den Start gehen zu können. Die Arzneimittelsicherheits-Abteilung einer Pharmafirma wird demnächst von Grund auf neu strukturiert und der Chef, Herr U., wird wohl von Herrn L. ersetzt werden. Herr F. von der Firma A. ist so ein Idiot - keine Ahnung von Mitarbeiterführung. Die Marketingleute von S. sind allesamt nach Berlin geflogen - was die da wohl machen? Die sollten sich lieber um ihre Konzepte kümmern...
Die Terrasse des Frankfurter Hof, ich weiß jetzt, wofür sie genau so gebaut ist. Dort ist die beste Akustik! Ich freue mich auf den Frühling und die ersten Sonnenstrahlen. Wer da mittags zum Lunch sitzt, ist wunderbar informiert, weiß nach wenigen Minuten, was der Nebentisch links als auch rechts arbeitet. Nein, ich korrigiere mich. Nicht nur was, sondern auch wo. Man erfährt den aktuellsten Stand der neuesten Projekte, dass Herr Weißichnichtwas aus dem Controlling scheinbar alles controllt außer aktuellen Zahlen. Et cetera, et cetera.
Wer kennt das nicht, dass die Gespräche an den Nachbartischen im Restaurant sich in aller Regel zu einem wohligen Grundrauschen vermengen - und dann hört man sie: Die einzige distinkte Stimme von der Person, die endlich einen Geschäftspartner überzeugen will, mit dem was er alles weiß.
Oder die Stimme von ihr, die allein am Tisch sitzt und in ihr Telefon spricht, nein eher brüllt - so kommt es einem jedenfalls vor.
Früher wusste man, wenn jemand allein auf der Straße stand und laut ins Nichts sprach, dass man es aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem psychisch labilen Menschen zu tun hatte. Dank Bluetooth ist das heute anders. Wer da seine Meinung über das Weltgeschehen, seinen Job oder seine Beziehung in aller Öffentlichkeit kundtut, telefoniert womöglich einfach nur.

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Da blitzt doch glatt noch ein Logo auf

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