Die Chef-Beraterin Erfahren oder doch betriebsblind?

Routine macht uns im Job zu echten Könnern, aber nicht nur. Routine verhindert mitunter aber auch jeden kreativen Impuls, lässt kaum Selbstkritik zu. Ein Plädoyer dafür, einfach einmal alles anders zu machen.
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Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.
Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Wenn man eine Weile im Job ist, bekommt man eine gewisse Routine. Manch einer nennt es Erfahrung. Das hat Vorteile. Man muss einfach nicht mehr so lange überlegen. Hundertmal gemacht, fertig. So geht vieles schneller. Manches wird ja auch besser, wenn man ein bisschen länger dabei ist. Das hat Vorteile. 

Der amerikanische Neurologe Daniel Levitin hat das mit der 10.000-Stunden-Regel belegt: Es bedarf zehntausend Stunden der Übung, um eine Fähigkeit zur Meisterschaft auszubilden. Musiker, Basketballspieler, Autoren, Eisläufer, Schachspieler, Kriminelle: Keiner, der zu den Besten seines Fachs zählt, hat jemals weniger als zehntausend Stunden geübt, geprobt, trainiert, wiederholt.

Soweit, so gut. Die Kehrseite dieser Medaille treibt uns allerdings alltäglich in den Wahnsinn. Denn Routine macht uns nicht nur zu echten Könnern – Routine verhindert mitunter auch jeden kreativen Impuls, lässt kaum Selbstkritik zu, blockiert die Sicht auf mögliche Veränderungen.

Wieso um die Ecke denken, wenn ich auf dem geraden Weg viel schneller fertig bin? Warum neue Wege gehen, wenn die alten Pfade doch so schön eingetreten sind? Warum etwas Neues ausprobieren, wenn es doch sowieso bald schon wieder Freitag ist?

So wächst man nicht
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