Die Chef-Beraterin
Karrierekiller Multitasking

Mir war das ganze Multitasking-Gedöns schon immer suspekt. Diese angeblichen Multitasker, die alles gleichzeitig machen und können. Mailen, telefonieren und dabei noch den Schreibtisch sortieren. Geht gar nicht!
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Kennen Sie bestimmt: Sie sagen was. Eventuell sogar was Wichtiges. Sie wollen sich kurz fassen. Aber drei bis vier Sätze müssen es eben sein, sonst fehlen nachher Informationen. Nicht Ihnen, wohlgemerkt – sondern Ihrem Gegenüber. Der geneigte Gesprächspartner jedoch fängt mitten im Satz (in Ihrem Satz) an, seine Tastatur zu bearbeiten. Sie sind kurz irritiert, machen eine Pause; er sagt: Sprich ruhig weiter, ich kann Multitasking! Na ja.
Szenenwechsel. Ihr Chef erwartet einen Rapport. Dringend. Sie haben einen Termin. Sie sind da. Pünktlich. Sie stehen im Türrahmen. Er würdigt Sie keines Blickes und hackt auf seiner Tastatur rum. Sie warten auf seine Aufforderung zum Sprechen. Nach gefühlten zehn Minuten, er: „Warum sagen Sie denn nichts? Glauben Sie ich kann nicht zwei Dinge gleichzeitig tun?“
Nee, kannste nicht, müsste man sagen. Wieso überschätzen die sich alle? Ich merke doch selber, wenn ich telefoniere und gleichzeitig auf eine Mail antworte, dass ich diese nach dem Telefonat nochmal überarbeite.
Ihr lieben Multitasker: Studien zeigen: Es gibt kein für Multitasking geeignetes Gehirn. Unser Gehirn verarbeitet eine Information nach der anderen.


Und um das zu belegen zitiere ich gern Prof. Ivar Reinvang, Neurologe von der Universität Oslo, der sagt, dass unsere Aufmerksamkeit eine begrenzte Ressource sei und wir einfach nicht in der Lage seien, zwei Konzentration erfordernde Tätigkeiten gleichzeitig zu bewältigen. Die Qualität von beiden Aktionen wird automatisch schlechter. Sprich, unser Gehirn kann es nun mal nicht gleichzeitig. So.
Das heißt: Wenn einer tatsächlich zwei Dinge gleichzeitig tut, dann macht er immer genau eins nicht richtig – sein Gehirn ist nämlich mit dem jeweils anderen beschäftigt!

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Unaufmerksam und unhöflich

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