Die Chef-Beraterin
Ohne Zepter keine Königin

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Markieren Sie, meine Damen!

Bevor man in den richtigen Habitus kommt, muss man in den richtigen Modus kommen. Der Film, in dem Sie spielen, müsste „Executive Modus“ heißen. Wer in mein Zimmer will, sollte anklopfen. Wer nämlich hier nicht die richtigen Signale sendet, wird mit einem heiteren Rein- und Rausgehen bestraft. Das ufert dann aus: Wer was will, setzt sich einfach hin und erwartet Aufmerksamkeit. Das geht gar nicht!

Fakt ist, leider lächerlich, aber wahr: Wenn Frauen nicht markieren (Männern muss man das nicht sagen!) – das heißt in diesem Fall: eine klare Botschaft senden, wann wer wie in ihr Büro eintreten darf – verlieren sie ihre Machtposition. Neben der klaren Botschaft markiert man außerdem seine Position mit Statussymbolen. Von Frauen hört man da besonders gern: „Statussymbole habe ich nicht nötig. Ich weiß ja, was ich kann.“

Halleluja! Wir, die für Taschen und Schuhe bereit sind über Leichen zu gehen! Dass ich nicht lache. Denn die anderen, die mit Ihnen am Konferenztisch sitzen, die sehen Ihnen eben nicht auf den ersten Blick an, was sie können. Die schielen nun mal auf die Panerai Radiomir 1940 am Handgelenk des Schnösels, der Ihnen gleich im Pitch den Rang ablaufen wird. Und auch wenn Ihnen der Dienstwagen nicht so wichtig ist. Doch! Er ist wichtig. Sie haben sich so eine Karre verdient, es gehört zum Spiel! Sie fahren ihn nämlich. Das würde einem Mann nie und nimmer passieren!

Und noch was: Wenn wieder jemand in Ihr Büro platzt. Nutzen Sie die Sprache, meinetwegen lächeln Sie dazu! Zum Beispiel bei dem blöden Herrn Schulte, der schon zum wiederholten Male einfach ins Büro stürmt und sich unaufgefordert hinsetzt. „Herr Schulte.“ Lächeln. „Herr Schulte, die Unterlagen, die Sie mir geschickt haben, sind nicht ausreichend.“ Lächeln. „Auch die Präsentation muss schleunigst überarbeitet werden.“ Lächeln. „In zwei Stunden muss die bei mir auf dem Tisch liegen.“ Lächeln. „Sonst habe nicht ich ein Problem.“ Lächeln. „Nein, Herr Schulte, sonst haben Sie ein Problem.“ Lächeln. „Und zwar ein großes.“ Lächeln. „Danke, Herr Schulte.“ Lächeln.

Reißen Sie sich zusammen, sonst läuft irgendwas falsch. Ohne Zepter keine Königin.

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und 55dresscodeberater.de. Außerdem ist sie Autorin.

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Sabina Wachtel
Sabina Wachtel
/ Kolumnistin, Unternehmerin

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  • Habe den Artikel mit Genuss gelesen. Ja, da ist was dran! Noch ein Tipp aus der Praxis: liebe Damen, wenn sie den Habitus ganz gut drauf haben und sich jetzt ermutigt fühlen... Herr Schulte berichtet an die KommunikationsCHEFIN, bitte jetzt nicht die Methode bei jemanden anwenden, der vom Status wirklich über Ihnen steht, und im Zeigen der klaren Kante auch noch besser ist! (Vorsicht, dass ein Mann das nicht zeigt, heißt nicht, dass er es nicht kann. Da gibt es solche und solche. Ich gehe davon aus, dass in diesem Beispiel Herr Schulte nicht Vorstandsmitglied ist!).

    Wenn frau das übersieht, dann ist man schnell so lächerlich wie Anke Engelke in "Frau Müller muss weg" (das war aber eine Komödie und der Effekt gewollt). Aber was in dem Beispiel hier implizit auch enthalten ist, selbst wenn Schulte ein paar hinter die Ohren braucht... Regel 1 für Männer und Frauen: nicht zicken!

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