Die Chef-Beraterin
Ohne Zepter keine Königin

Wir alle kennen die Studien: Sie sagen, dass Frauen im Business meist ‚nur‘ bis in das untere und mittlere Management gelangen. Ein leidiges Thema, und manch eine hat schon resigniert. Es fehlt am „Executive Modus“.
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Oft genug hört man dann, mit müder Stimme vorgetragen: Es muss ja nicht jede Top-Managerin werden. Das ist das eine. Das andere aber ist, dass es viele gerne möchten. Und dann jammern, wenn es nichts wird.

Für das Top-Management, verehrte Damen, braucht man aber einen Top Habitus. Einen Habitus! Und den haben wir oft nicht. Jedenfalls haben den viele von denen nicht, die eine andere Gehaltsklasse für sich reklamieren. Dazu gehört zum einen die richtige Kleidung (ja, das tut mir auch weh, wenn ich höre, dass es daran liegen soll), aber auch anderes: Revier abstecken, ein paar Spielchen eben, Forderungen stellen, nicht zu viel über Privates sprechen, etc.. Und die Sprache der Männer. Nicht nur verstehen. Auch sprechen.

Die Kommunikationschefin eines renommierten Verlagshauses fühlt sich, neu im Job, von den Vorständen ignoriert. Männerhaushalt eben. Traditionshaus. Hier wird alles erst mal so gemacht, wie es immer gemacht wurde. Sie ist die PR-Frau, wofür immer sie gut ist, wenn sie was will, muss sie an der Tür kratzen. So ist das. Sie sitzt auf der dritten Etage, wenn sie nach oben will, nimmt sie den Aufzug. Treffendes Bild. Und ein wahre Geschichte dazu.

Aber dann geschieht folgendes. Aufgrund diverser Umstrukturierungen wird auf der Vorstandsetage ein Raum frei. Die Vorstände kümmern sich nicht darum, wieso auch. Die Kommunikationschefin aber bekommt es mit und argumentiert, es sei doch viel besser, wenn sie auch räumlich näher an den Chefs wäre, ob sie nicht in das frei gewordene Büro ziehen sollte.

Gesagt, getan, von nun an muss, wer mit ihr sprechen will, durch ein geräumiges Vorzimmer, in dem die Mitarbeiterinnen der Kommunikationschefin fleißig tippen und telefonieren, und an ihrem Konferenztisch hat man den Skyline-Blick. Plötzlich klopfen die alle bei ihr an und fragen, was zu tun ist, wenn es um Kommunikation geht. Ich muss nicht erwähnen, in welcher Position die Frau inzwischen ist.

Liebe Frauen! Es ist wichtig mit den Basics anzufangen. Und an denen hakt es gewaltig. Markieren! Wir markieren zu wenig. Nehmen wir als Beispiel wieder das eigene Büro. Männer checken, wo das Büro des Chefs liegt, und ob es ein Fenster hat etc. Die meisten Frauen interessiert das wenig. Es interessiert sie auch dann wenig, wenn sie es dann mal endlich geschafft haben, ein eigenes Büro zu haben. Sie zeigen keine Kante, wie ich das nenne.

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Ohne Zepter keine Königin

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Markieren Sie, meine Damen!

Kommentare zu " Die Chef-Beraterin: Ohne Zepter keine Königin "

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  • Habe den Artikel mit Genuss gelesen. Ja, da ist was dran! Noch ein Tipp aus der Praxis: liebe Damen, wenn sie den Habitus ganz gut drauf haben und sich jetzt ermutigt fühlen... Herr Schulte berichtet an die KommunikationsCHEFIN, bitte jetzt nicht die Methode bei jemanden anwenden, der vom Status wirklich über Ihnen steht, und im Zeigen der klaren Kante auch noch besser ist! (Vorsicht, dass ein Mann das nicht zeigt, heißt nicht, dass er es nicht kann. Da gibt es solche und solche. Ich gehe davon aus, dass in diesem Beispiel Herr Schulte nicht Vorstandsmitglied ist!).

    Wenn frau das übersieht, dann ist man schnell so lächerlich wie Anke Engelke in "Frau Müller muss weg" (das war aber eine Komödie und der Effekt gewollt). Aber was in dem Beispiel hier implizit auch enthalten ist, selbst wenn Schulte ein paar hinter die Ohren braucht... Regel 1 für Männer und Frauen: nicht zicken!

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