Die Chef-Beraterin
Stil ist eine Frage des Charakters

Flipflops und Jogginghosen sind für Chef-Beraterin Sabina Wachtel ein absolutes No-Go im Job. Sie ist überzeugt: Wer die Karriereleiter hinaufklettern will, sollte sich auch dementsprechend kleiden.
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Es gilt ja mancherorts als besondere Auszeichnung für den Arbeitsplatz, wenn man(n) dort ohne Krawatte erscheinen kann. Der Casual Friday (eine Unsitte, wenn Sie mich fragen) war nur der Anfang. Bankhäuser lockern den Dresscode, damit die Mitarbeiter zielgruppenaffiner rüber kommen. Spitzenmanager tragen Rucksack von Jaguar. Der CEO einer führenden Versicherung tritt in knallroten Turnschuhen vor die Aktionäre. Die Chefs von Dax-Konzernen zeigen sich in der Öffentlichkeit mit offenem Hemd. In Unternehmen, die keinen Kundenverkehr haben, sitzt die Cargo-Dreiviertelhose neben den Flipflops im Sommer und Ugg Boots im Winter.

Ob ich die Jogginghose überhaupt gegen Straßenklamotten tauschen muss, wenn ich doch mit Kunden, Partnern und Kollegen praktisch nur per E-Mail, VoIP, Messenger, Intra- und Internet kommuniziere? Ja, bitte! Es sollte selbstverständlich sein, dass meine Schuhe poliert sind und die Sohlen nicht runtergelaufen, meine Klamotten keine Flecken haben und mein grauer (respektive aschblonder, brauner, roter…) Haaransatz nicht für jeden sichtbar ist, der zwei Zentimeter größer ist als ich: Das Auftreten ist eine Frage des Stils – um nicht zu sagen des Charakters. Denn Kleider machen Leute.

Der erste Eindruck, den sich eine Person von Ihnen macht, wird von Ihrer äußeren Erscheinung geprägt – egal wie modisch oder auch nicht diese Person selbst ist.

Und weil ein angemessenes Erscheinungsbild in jeder Situation von Respekt zeugt, ist zu formell besser als zu leger. Und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob Ihr Beruf mit dem persönlichen Kontakt zum Kunden zu tun hat, oder ob Sie überhaupt das Haus verlassen: Der interne Dresscode und der externe Dresscode sind identisch.

Je höher Ihre Position im Unternehmen ist, desto formeller sollte Ihre Kleidung sein. Ist ein Dresscode vorgeschrieben, sollten Sie diesen unbedingt befolgen. Und wenn Sie weiterkommen wollen: Kleiden Sie sich unbedingt für die Position, die Sie haben wollen – und nicht für die, die Sie schon haben.

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und MEMBER OF THE 55. Außerdem ist sie Autorin.

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Sabina Wachtel
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/ Kolumnistin, Unternehmerin

Kommentare zu " Die Chef-Beraterin: Stil ist eine Frage des Charakters"

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  • .... und wer ist Schuld an der ganzen Misere ? Steve Jobs !

    Das kommt eben dabei heraus wenn unsere Manager mit dem Charisma einer Eidechse plötzlich den nolook Look auch für sich entdecken und versuchen die freigewordenen Stelle als Idol der Jugend und Visionär auszufüllen.

    Plötzlich gibt es nicht nur Outfit bezogen den Casual Friday sondern auch den offenen Company Captain's Table um auch hier ungezwungen und lässig Probleme auf den Tisch zu bringen.

    Klar, in einem modernen Unternehmen ginge dies natürlich auch per Email , da aber auch hier der Casual Style Einzug erhielt , sortiert Outlook jetzt plötzlich nach Vornamen. Finde da erst mal den Richtigen, passend zum Nachnamen ....




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