Die Chef-Beraterin
Tipps für heikle Botschaften

Schnell sind E-Mails an die falschen Adressaten versendet oder heikle Informationen am Handy ausgeplaudert. Dabei helfen vier einfache Tipps für bessere Kommunikation schon weiter.
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Glauben Sie mir: Bei mir sind Ihre Geheimnisse gut aufgehoben. Ich bin grundsätzlich ein diskreter Mensch. Der vertrauliche Umgang mit Informationen gehört zu meinem Job, man könnte meinen, das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Aber ich war schon immer so. Peinliche Dinge erzähle ich nicht weiter, weil sie mir selbst peinlich sind. Überhaupt: Tratsch liegt mir nicht. Das ist ein großes Glück – für eine erstaunliche Anzahl Menschen. Denn ich weiß vieles, dass mich nichts, aber auch gar nichts angeht. Dinge, mit denen ich nichts zu tun habe, und Dinge, die ich nie wissen wollte.

Wie kommt das? Nun, ich erlange diese Informationen auf ganz unterschiedlichen Wegen. Viele, aber beileibe nicht alle, sind digital. Wo soll ich anfangen? Der unter Donald Trump sprichwörtlich gewordene „Locker Room Talk“ beispielsweise: Ich binde einen doppelten Knoten in meine Sportschuhe, damit ich auf dem Laufband nicht stolpere, und höre so ganz nebenbei und ohne mich dem unfallfrei entziehen zu können, ganz Unglaubliches aus den Interna einer Bank, bei der ich übrigens auch noch ein Konto habe.

Ein anderes Phänomen macht gerade als „Ermakova-Fehler“ die Runde: Der kleine, aber essentielle Unterschied zwischen einer weitergeleiteten und einer beantworteten Mail. Das ist jetzt im Falle des Models mit dem geplatzten Kosmetik-Vertrag wirklich nur ein sehr schillerndes Beispiel eines fast schon alltäglichen Ausrutschers: Das interne Wording liefert mitunter erhellende Erkenntnisse über die Unternehmenskultur. Aus dem privaten Pool an überflüssigem Wissen: Ein beklemmendes Detail über die gerade beendete Affäre nicht mit der besten Freundin teilen, sondern mit der WhatsApp-Gruppe „Silvesterplanung“.

Verhängnisvoll kann auch die Sortierung von Namen im Telefonbuch sein. Jemand, der mit Vornamen Aaron heißt, erhält ein Vielfaches der durchschnittlichen Anzahl von Pocketcalls. Ich lege dann schnellstens auf, aber das macht eben nicht jeder.

Ach, die lieben Namen. Da gibt es so viele, die ganz ähnlich sind oder zumindest mit den gleichen Buchstaben anfangen. Wie viele das sind, das findet man am schnellsten mit Hilfe der Outlook-Autovervollständigen-Funktion heraus. Wer die nicht im Griff hat, versendet mitunter oft schon systematisch E-Mails an falsche Adressaten.

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Tipps für heikle Botschaften

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Vier Tipps für heikle Botschaften

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