Die Chef-Beraterin Über den Sinn von Sommer-Dresscodes

Das Gerücht, die Dresscode-Regeln für den Sommer seien „lockerer“ als früher, hält sich hartnäckig. Worauf es wirklich ankommt.
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Es ist Mittwoch – ein Thema muss her. Die Sonnenscheinmonate? Dresscode im Sommer? Dieses Thema versuche ich ernsthaft zu vermeiden. Nicht, dass ich es aufgegeben habe, über die Dos and Don’ts im Sommer zu schreiben. Nein, aber diese Saison lasse ich das weg.

Wenn die Herren halt nicht auf ihre kurzärmeligen Hemden, die Frauen auf offene Schuhe, durchsichtige Oberteile verzichten wollen, bitteschön. Das Gerücht, die Dresscode-Regeln für sommerliche Temperaturen seien heute „lockerer“ als früher – oder seien überhaupt andere als zu anderen Jahreszeiten – hält sich ja sowieso hartnäckig.

Das Wochenende habe ich also damit verbracht zu überlegen, über was ich diese Woche schreiben könnte. Es sollte schon was mit Sommer zu tun haben. Einiges ist mir natürlich eingefallen. Aber in den meisten Fällen gab es einfach keinen Bezug zum Büro.

Bikinifigur, Bodyweight-Training und Büro haben nur den Anfangsbuchstaben gemeinsam. Wobei: Glaubt man einigen Zeitschriften, und die meinen es ernst, so soll es wirklich möglich sein, im Büro die gewünschte Strandfigur zu bekommen.

Einige Sit-ups vor dem Meeting oder Kniebeugen (die zu den effektivsten Übungen für Beine und Po gehören sollen) im Kopierraum sollen alles herausreißen. Ich stelle mir gerade bildlich vor, die Kollegen im Großraumbüro machen Dehnübungen, wieder andere schnell ein paar Kniebeugen, hier und da mal eine kleine Liegestütze…

„Büro macht Bäuche“ war gestern. Ab heute gibt es kein Pardon mehr. Den Waschbrettbauch haben Sie ja eigentlich schon. Jetzt geht es an die Feinheiten mit geradezu sensationellen Weisheiten. Warum dem Kollegen aus dem Controlling auf der 9. Etage eine Mail schicken? Klären Sie persönlich mit ihm, was zu klären ist. Nehmen Sie lieber die Treppen statt den Aufzug. Zwischendurch noch einen kleinen Sprint einlegen.

Fahren Sie mit dem Fahrrad ins Büro, das ist viel gesünder, lassen Sie das Auto stehen. Nein, noch besser. Joggen Sie! Egal wo Sie wohnen. Dann stehen Sie halt mal zwei Stunden früher auf. Kann doch nicht so schwer sein. So steht der Strandfigur nichts mehr im Wege.

Halten Sie sich morgens bitte immer vor Augen, dass Sie ins Büro gehen und nicht an den Strand. Und, Karrieren werden nicht nur im Winter gemacht, sondern auch im Sommer. Und dazu gehört nun mal Ihre Erscheinung.

Aber, seien wir ehrlich (und ich glaube jetzt mit dem nächsten Satz hat der Artikel Nutzwert für Sie): Sie brauchen keine Strandfigur, weil Sie nicht im Bikini oder in der Badehose ins Büro gehen. Sandalen, Shorts und Konsorten gingen und gehen im Sommer im Business nicht! Freuen Sie sich, dass Sie auf Mütze und Schal erst mal verzichten können.

Und denken Sie daran, dass Sie sich das Bild, das man sich von Ihnen macht (oder bis April gemacht hat) nicht ruinieren, nur weil Sommer ist.

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit dem Label ManagerOutfit. Außerdem ist sie Autorin.

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