Die Chef-Beraterin: Warum braune Augen gefährlich sind

Die Chef-Beraterin
Warum braune Augen gefährlich sind

Der erste und einzige Chef unserer Kolumnistin hatte blaue Augen und war risikobereit. Warum sich Personaler ein besseres Bild von Bewerbern machen – und Lebenslauf wie Referenzen als Indizien verstehen sollten.
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Viele Chefs hatte ich ja nicht. Ich wusste, um genau zu sein, mit 16 Jahren schon, dass ich ein Unternehmen gründen werde. Auch Ideen hatte ich, nur war ich noch unentschlossen, also: Erst einmal einen Job. Und damit auch bis heute nur einen Chef. Dieser eine Chef, der mich eingestellt hat…

Noch heute sage ich: Er hat meiner Meinung nach Mut bewiesen. Dieser eine Chef den ich hatte, hat mir damals einen Job zugetraut, den mir wahrscheinlich in Deutschland mit meiner unauffälligen schulischen Laufbahn und ohne Studium bestimmt sonst niemand zugetraut hätte. Intuition ist das. Davon habe ich gelernt.

Für ihn ist die Sache mit mir ganz gut gelaufen: Ich war hoch motiviert, habe geschuftet bis zum Umfallen… Fakt ist: Ich habe geliefert und zwar richtig gut! Er dürfte es nicht bereut haben, dass er auf eine Nicht-Akademikerin gesetzt hat.

Lebenslauf, Referenzen, Ausbildung, das sind ja alles Indizien, den tatsächlichen Eindruck verschafft man sich dann letztlich doch persönlich. Wenn man sich die Zeit dafür nimmt. Wenn man die Freiheit hat. Wenn man den Mut hat. Was ich damit sagen will? Wer macht so etwas heute noch? Viel zu wenige.

Ich habe eine Theorie. Es lag möglicherweise an seiner Augenfarbe: Blau. Menschen mit blauen Augen sollen ja bekanntlich ein geringeres Schmerzempfinden als Menschen mit anderen Augenfarben haben – zu diesem Ergebnis gelangt zumindest eine Studie der University of Pittsburgh. Demnach sollen blauäugige Frauen sogar eine Geburt besser verkraften können, dies nur als Information am Rande. Weiterhin sagt man auch, das blauäugige Menschen gern im Mittelpunkt stehen, ja sie lieben das förmlich! 

Damit erklärt sich dann auch die Risikobereitschaft meines ersten und einzigen Chefs, mich einzustellen: Er, der blauäugige – haha – , war schmerzfrei – er sprang also einfach ins kalte Wasser; und die Aufmerksamkeit aller, vom Betriebsrat bis zum Pförtner war ihm sicher.

Zumal er auf mich, eine Braunäugige, traf. Wir mit den brauen Augen gelten ja unter Augenfarben-Experten als selbstbewusst, durchsetzungsstark und zuverlässig. Uns sagt man sogar nach, dass wir mit wenig Schlaf auskommen. Wahrscheinlich wusste er das alles.

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