Die Chef-Beraterin
Wer braucht noch die Weihnachtspost?

Sind Weihnachtsgrüße per E-Mail wirklich ein Sittenverfall? Schlimmer sind da doch unpersönliche Karten mit einfallslosen Texten. Von der alljährlichen Kalenderflut ganz zu schweigen.
  • 0

Viele Unternehmen senden ihren Mitarbeiter, Kunden und Partner des Hauses keine Weihnachtskarten mehr mit der Post. Sie schicken stattdessen E-Mails. Diese sind manchmal, beileibe nicht immer, persönlich adressiert, einigermaßen freundlich getextet und fast immer ein bisschen kitschig illustriert. Außer, sie machen was mit Werbung, dann ist natürlich auch die Weihnachtsmail irgendwie clever. Alle anderen schreiben halt so das Übliche.

Jedenfalls werden diese Weihnachts-E-Mails nicht selten ähnlich bewertet wie gekappte Ohren bei Rassehunden, verwaiste Ladenzeilen in den Innenstädten, Papierkaffeebecherberge und jüngst zuckerhaltige Kekse für Säuglinge. Wer nicht in feinster Handschrift mit Füllfederhalter auf Büttenpapier seine Weihnachtspost versendet, der ist dem Niedergang der Kultur zum Opfer gefallen. Mag man meinen.

Dem möchte ich etwas entgegen halten. Und das sind Berge von Karten mit so einfallslosen wie klischeehaften Bildern, mit Standardtexten und unterschrieben von Menschen, die ich oftmals noch nicht einmal persönlich kenne. Und das hat jetzt aber auch gar nichts mit einer möglicherweise ignoranten Haltung meinen Mitmenschen gegenüber zu tun. Mitnichten.

Ich habe keinerlei Schwierigkeiten, mich an Menschen zu erinnern, mit denen ich das Jahr über zu tun hatte. Nur werden die Adressenlisten für den Versand von Weihnachtskarten ganz offensichtlich aus Datenbanken generiert, die Empfänger ganz und gar nach dem Zufallsprinzip auswählen. Jedenfalls bekomme ich deutlich mehr Weihnachtskarten, als ich über einen Zeitraum von zwölf Monaten Freude verbreiten kann. Das geht gar nicht!

Seite 1:

Wer braucht noch die Weihnachtspost?

Seite 2:

Eine Flut der Kalender

Kommentare zu " Die Chef-Beraterin: Wer braucht noch die Weihnachtspost?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%