Die Chef-Beraterin
„Wir räumen wie jedes Jahr die Lobby leer“

Mandy Mistic hatte stets den Ruf, perfekt zu sein. Ausbrechen, Ausscheren, Ausflippen? Dafür hatte die Betriebswirtin keine Zeit. In der Schule und im Studium unterliefen ihr keine Fehler. Das änderte sich im ersten Job.
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Mandy Mistic war schon immer perfekt. Perfekt langweilig. Das fing schon in der Schule an. Mandy hat immer die Hausaufgaben gemacht, sie hat immer gute Noten geschrieben. Im Unterricht hat sie sich nur dann gemeldet, wenn sie auch wirklich sicher war, dass sie die richtige Antwort wusste. Da sie meistens schon im Voraus erahnt hat, was die Lehrer hören wollten, wusste sie die richtige Antwort oft. Das Abi war dementsprechend kein Problem; die Studienfachwahl (Marketingkommunikation und Betriebswirtschaft) keine Frage.

Alles wurde richtig und gut gemacht. Auf jede neue Aufgabe hat sich Mandy Mistic eingehend vorbereitet. Ihre To-Do-Listen waren dabei nie länger als eine halbe Seite, weil sie zeitnah abgearbeitet wurden. Aufgaben einer akribisch erstellten To-Do-Liste mit eiserner Disziplin erledigen – dieses Prinzip hat Mandy einfach drauf. Das funktioniert in allen Lebensbereichen. So zog sich das To-Do-Listen-Prinzip dann natürlich weiter durch ihr Leben. Ausbrechen, Ausscheren, Ausflippen? Dafür ist nun wirklich keine Zeit.

Die Beziehung mit Daniel, selbst ambitionierter BWLer? Check! Erste gemeinsame Wohnung im angesagtesten Viertel der Stadt? Check! Ein illuster sortierter Freundeskreis? Check! Ein ausgeklüngeltes Sportprogramm, ausgewogene Ernährung? Na hör mal, sowieso check! Das Studium hat Mandy Mistic in kürzester Zeit und selbstverständlich mit hervorragenden Noten durchgezogen. Natürlich war es für Mandy kein Problem anschließend einen Job in einer internationalen Strategieberatung zu finden. Gewissenhaft, zuverlässig und ein Jahr im Ausland absolviert. Solche Bewerber kommen immer unter.

Die Organisation des jährlichen Meet&Greet-Festes hatte bisher immer Lisa Lalotter übernommen; nun war die ausgerechnet jetzt im sicher wohlverdienten Jahresurlaub – der Chef wurde nervös. Aber da war ja noch die Neue. Peggy, Molly, wie auch immer sie hieß, aber angeblich ein Muster an Fleiß und Disziplin. Soll die das doch machen. Ein anspruchsvolles Erbe für Mandy Mistic.

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Bockwurst für alle und Tofuburger für die Veganer

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