Die Chef-Beraterin
Zu viel ist zu viel

Wie kann es sein, dass Menschen Backöfen erfinden, die sich selbst reinigen, und Autos, die alleine einparken – aber keine Unterwäsche, die tatsächlich einfach unter der Wäsche bleibt? Ein Plädoyer für mehr Sorgfalt.
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Ich bin sehr, sehr froh. Es ist momentan nicht mehr so heiß. Nicht, dass ich keine Sonne mag. Es ist auch nicht so, dass ich es eilig habe, meine Wintersachen hervorzuholen oder mich in einen Schal einzumümmeln. Es ist nur einfach so, dass zurzeit alle wieder etwas bedeckter aus dem Haus gehen. Das ist auch gut, denn manches an der Kleidung fremder Menschen interessiert mich nicht. Schon gar nicht, wenn ich arbeite.

Das, also das was mich nicht interessiert, musste ich aber leider in den letzten Wochen sehr viel sehen. Im Winter geht’s ja noch einigermaßen, aber im Sommer, wenn es den Kollegen heiß ist, sieht man definitiv zu viel. Zu viel Unterwäsche. Das geht gar nicht!

Frau K. trägt BHs generell in derselben Farbe wie ihre Blusen. Warum weiß ich das? Weil die Blusen, die sie von Mitte Juni bis Anfang September trägt, am Hals so tief ausgeschnitten sind, dass ich den BH sehen kann. Ich will das aber nicht mehr sehen.

Auch andere Damen leisten für mich unfreiwillige Kaufberatung: So habe ich beispielsweise gelernt, dass ganz trägerlose BHs schon nach relativ kurzer Zeit ihre Funktion überhaupt nicht mehr erfüllen. Das sieht dann nicht unbedingt so ansprechend aus, schon gar nicht professionell.

Dann gibt es ja noch die abstrusesten Techniken, die Wäsche unsichtbar zu machen. Der Witz schlechthin: BH-Träger sind durchsichtig, hautfarben, extraschmal oder im Rücken über Kreuz gebunden. Sie werden mit kleinen Klammern an den Träger der knappen Leibchen befestigt oder im Minutentakt zurechtgerückt.

Kommentare zu " Die Chef-Beraterin: Zu viel ist zu viel"

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  • Oha... Ich meine, ich habe ja schon oft gedacht, dass man wirklich viel Zeit braucht, um sich für derartige Trivia so weit zu interessieren, dass man solche Artikel schreibt... Kriegt man dafür viel Geld?... Aber es war doch irgendwie so, dass es einen, wenn auch kleinen, Mehrwert hatte, das Gefühl, dass man nicht immer so weit auch sich achtet, die die Wachtel es vorgibt, aber es auch nicht übertrieben wäre, es zu tun.

    Das hier ist aber, wie sagen auch die Deutschen inzwischen so gern, "too much", und dann auch direkt so richtig. Wenn Mann/Frau bei 38 Grad noch Hemd oder Bluse an hat und nicht in absolut anzüglicher und/oder demonstrativer Art und Weise ein wenig "lüftet", dann muss das gehen. Wir sind alle Menschen. Wenn es Sie stört, gucken Sie weg. Fleischfarbene Microfaster-Tshirts, also wirklich... Sie wissen schon, wie unhygienisch diese Plastikfasern sind, oder?

    Die UBS hat übrigens auch Anweisungen bzw. Empfehlungen gegeben, wie man reichen Ausländern richtig hilft, Steuern zu hinterziehen. Vielleicht sollte man nicht alles, was große Unternehmen so von sich geben, unkritisch toll finden.

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