Chefwechsel bei Evonik
Klaus Engel: Im zweiten Anlauf an die Spitze

Klaus Engel, Chef der Chemiesparte, soll Evonik an die Börse führen. Der 52-Jährige gilt als erfahrener Kapitalmarktexperte. Er muss aber im Konzern noch an Profil gewinnen.

DÜSSELDORF. Abergläubisch ist Klaus Engel nach eigener Aussage nicht. Gleichwohl gab sich der neue starke Mann bei Evonik am Mittwoch noch recht zurückhaltend, als er den 290 Führungskräften in der Konzernzentrale in der Rellinghauser Straße in Essen als designierter Nachfolger von Vorstandschef Werner Müller präsentiert wurde.

Erst auf der nächsten Sitzung am 16. September wird der Evonik-Aufsichtsrat den 52-Jährigen offiziell bestellen. Eine reine Formalie, denn das Präsidium des Kontrollgremiums hat bereits vorab grünes Licht für Engels Aufstieg an die Konzernspitze zum 1. Januar 2009 gegeben. Dennoch fasste sich der promovierte Chemiker kurz – nach der Devise: Nicht zu viel reden, bevor die Tinte unter seinem Vertrag trocken ist.

Engel ist in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind. Denn wenn alles nach Plan gelaufen wäre, hätte er Müller schon ein Jahr früher als Evonik-Chef beerbt. Müller hatte Engel, den er aus gemeinsamen Tagen im Veba-Konzern kennt, 2006 vom Mülheimer Chemiedistributeur Brenntag abgeworben mit der Perspektive: Du wirst mein Nachfolger.

Doch Müllers Traum, Vorsitzender der Kohlestiftung zu werden und spätestens bis Ende 2007 die operative Führung bei Evonik an den zehn Jahre jüngeren Engel abzugeben, zerplatzte. Jürgen Rüttgers, seit 2005 CDU-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, verhinderte dies. Deshalb musste Müller noch ein Jahr dranhängen und sein designierter Nachfolger eine Ehrenrunde drehen.

Rein äußerlich haben Engel, ein mittelgroßer Mann mit bulliger Statur und kurz geschnittenem Haar, und Feingeist Müller wenig gemein. Auch im Fußball haben sie andere Vorlieben: Engel ist glühender Anhänger des Zweitligisten MSV Duisburg. Müller dagegen verbindet eine Art Hassliebe mit dem Erstligisten Borussia Dortmund.

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