Chefwechsel: Nokia nach Ollila – wo der Branchenprimus steht

Chefwechsel
Nokia nach Ollila – wo der Branchenprimus steht

Es ist Punkt Zwölf. Nervös schauen die Menschen auf ihre Handys. Nichts, kein Ton, kein leuchtendes Display, einfach nur Sendepause. Dann nach unendlich langen Minuten um 12.01 Uhr die Erlösung: Es piepst. Über SMS schickt Nokia, der weltgrößte Handy-Hersteller, Interessenten die Bilanz für 2005. Ein kurzer Blick auf den auf Display-Größe komprimierten Zahlensalat, dann erste Reaktionen.

HB STOCKHOLM. „Sieht recht gut aus“, sagt ein Mittfünfziger. „Der Durchschnittspreis je Handy ist gesunken – schlecht“, kontert eine junge Frau. Es wird noch einige Stunden dauern bis sich Laien und Experten auf eine Deutung des Ergebnisses verständigt haben.

Die Szene ist nicht frei erfunden. So trug es sich vergangene Woche im westfinnischen Rauma zu. Bittere Kälte in der kleinen Küstenstadt hielt die Passanten auf der Straße nicht davon ab, um genau zwölf Uhr in einen Zustand allerhöchster Konzentration zu fallen. Connecting people – Nokia verbindet tatsächlich. Die Bedeutung des Konzerns im Heimatland ist enorm, in den besten Zeiten lag der Nokia-Anteil am finnischen Gesamtexport bei 25 Prozent, kaum ein Finne, der nicht Aktien des Unternehmens besitzt. Manch einer ist zum Millionär geworden.

Kein Wunder also, dass auch die Frage, wie es mit dem Branchenprimus ohne den charismatischen Konzernchef Jorma Ollila weitergeht, fast die ganze Nation bewegt. Ollila (55) wird am 1. Juni dieses Jahres die operative Leitung des Konzerns an den drei Jahre jüngeren Olli-Pekka Kallasvuo abgeben. Nokia gab den Schritt bereits vor längerer Zeit bekannt, doch noch immer rätseln Analysten über einen möglichen Kurswechsel des finnischen Flaggschiffes.

Die Unruhe hat einen Grund: Ollila war ein Visionär, der aus einem angeschlagenen Gemischtwarenladen binnen relativ kurzer Zeit einen Weltkonzern baute. Der war 1967 aus der Fusion eines Sägewerkes, eines Gummiherstellers und eines Kabelproduzenten hervorgegangen. Namensgeber war übrigens ein kleines Dorf, 150 Kilometer westlich von Tampere in Südfinnland: Nokia. Hier waren die drei Unternehmen beheimatet.

Ollila leistete ganze Arbeit. In seinen ersten zehn Jahren als Konzernchef verdreizehnfachte sich der Aktienkurs, kurzzeitig war Nokia im Winter 2002 nach dem Börsenwert berechnet Europas größter Konzern. Der bei Übernahme der Konzernleitung erst 42-jährige Ollila hatte schnell gesehen, wo die Zukunft für seinen angeschlagenen Konzern lag.

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