Chefwechsel
Zeitenwende bei Bosch

Bosch rüstet sich mit einem Chefwechsel für den wohl epochalsten Umbruch seiner Geschichte. Vorstandschef Franz Fehrenbach wechselt in den Aufsichtsrat. Eine große Überraschung gibt es bei der Wahl seines Nachfolgers.
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Es ist ein einziger, kurzer Satz. Doch er wiegt tonnenschwer für den weltgrößten Autozulieferer Bosch auf der Stuttgarter Schillerhöhe. „Zum neuen Vorsitzenden der Bosch-Geschäftsführung wurde mit Wirkung vom 01. Juli 2012 Dr. rer. nat. Volkmar Denner (55) ernannt“, heißt es lapidar im dritten Absatz einer Pressemitteilung, die der Konzern am Freitagvormittag verschickt. Der stille Gigant aus dem Schwabenland hat damit nicht nur die wichtige Toppersonalie geklärt, wer Vorstandschef Franz Fehrenbach auf dem Chefsessel nachfolgen wird. Der Konzern, der bisher vor allem vom Geschäft mit dem Verbrennungsmotor lebt, hat in der Konzernzentrale mit dem weitem Blick auf die baumbestandenen Hügel des Stuttgarter Umlands auch eine wichtige grundlegende Richtungsentscheidung getroffen.

Denn an die Spitze der verschwiegenen und ruhmreichen Firma, die erst im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feierte, rückt nicht wie erwartet der einflussreiche Chef der wichtigen Autosparte, Bernd Bohr. Sondern ein 55-Jähriger Forschungs-Chef, der neben der Vorausentwicklung auch für Technik-Koordination, Multimedia und Autoelektronik zuständig ist. Der Schwabe aus Uhingen wird zum 1. Juli Fehrenbach ablösen, der in den Aufsichtsrat wechselt. Denner ist seit 1986 beim weltweit größten Automobilzulieferer tätig und hat jahrelang für Bosch elektronische Motorsteuerungen entwickelt und die wichtige Halbleitersparte mit aufgebaut.

Für den Traditionskonzern Bosch ist der Machtwechsel eine tiefgreifende Zäsur – und ein Bruch mit den bisherigen Usancen. Denn zuvor galten die machtvollen Chefs der Autosparte als natürliche Nachfolger auf den Spitzenplatz beim weltgrößten Autokonzern. Die letzten zwei Bosch-Chefs, Fehrenbach und sein Vorgänger Hermann Scholl, waren noch aus dem traditionell wichtigsten Geschäftszweig Automobil auf den Chefsessel von Bosch gerückt.

Denner steht dagegen für das neue Bosch. Management von Daten, Geschäftsmodelle im Internet, die sich daraus entwickeln, und Sicherheit vor Hackern sind die Themen, die er im Konzern beherrscht wie keiner sonst. Mit der Berufung des ruhigen, promovierten Physikers rüstet sich Bosch nun für den vielleicht epochalsten Umbruch seiner Geschichte: den vom führenden Automobilzulieferer hin zu einem grünen, zu einem vernetzten Konzern.

Kommentare zu " Chefwechsel: Zeitenwende bei Bosch"

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  • Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ... halten!

  • Bosch startete mit einem Magnetzünder.

    Elektrowerkzeuge (Weltmarktführer)
    Haushaltsgeräte (Europamarktführer)
    Communication Center
    MEMS - Sensoren (stecken übrigens in jedem iPhone)
    Security Systems
    Verpackungstechnik (Weltmarktführer)
    Software Solutions
    Werkstattkette (Weltgrößte Franchise-Werktstattkette)
    eBikes

    waren/sind alle neue Märkte, und alle waren/sind erfolgreich. Und der Healthcare Bereich ist übrigens durchaus erfolgreich. Bosch wurde nicht einfach so zu einem der vorbildlichsten Unternehmen der Welt. Und bei einem Umsatz von 50 Milliarden in der Realwirtschaft kann man ja wohl kaum behaupten, dass Bosch falsch investiert hätte ;)

  • Bosch und das Internet der Dinge!? Hat da jemand zuviel Benzin eingeatmet? Mit der gleichen Überlegung hätte man auch MAN-Roland zum zukünftigen Marktführer im Bereich digitalen Publizierens beschreiben können. Fast alle (mir bekannten) Versuche von Bosch neue Märkte zu erschliessen sind ja wohl grandios Gescheitert -- man denke nur an die Medizintechnik -- und jetzt wollen sie auch noch mit IBM, Apple, Google und Microsoft gleichzeitig aufnehmen.
    Naja zumindest haben wir jetzt dank FDP ein gefühl dafür bekommen wie man in Deutschland insolvent geht ...

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