"China ist die Zukunft, Japan ist die Gegenwart": Große Anwaltskanzleien wittern Geschäft in Japan

"China ist die Zukunft, Japan ist die Gegenwart"
Große Anwaltskanzleien wittern Geschäft in Japan

Dem japanischen Rechtsberatungsmarkt steht ein Umbruch bevor. Am 1. April dieses Jahres tritt in Japan ein Gesetz in Kraft, das erstmals Partnerschaften heimischer mit ausländischen Anwälten erlaubt. Nach Informationen des Handelsblatts stehen viele internationale Law Firms bereits in den Startlöchern, um mit japanischen Kanzleien zu fusionieren.

HB DÜSSELDORF. "Alle haben lange auf diese Möglichkeit gewartet", bestätigt Thomas Witty, Leiter des Tokioer Büros der Kanzlei Haarmann Hemmelrath. "Vor allem die US-Kanzleien machen hier laufend die Runde auf der Suche nach Partnern".

Eine der ersten Sozietäten, die eine solche Verbindung eingeht, ist allerdings keine amerikanische, sondern eine britisch-deutsche Sozietät. Linklaters Oppenhoff & Rädler holt mit Mitsuhiro Yasuda und Akihiro Wani zwei japanische Partner in ihr Tokioer Büro, die aus ihrer Sozietät ein Team von 20 weiteren Kollegen mitbringen. "Wir konnten japanische Mandaten früher nie aus einer Hand beraten", begründet Klaus Marinus Hoenig, M&A-Partner im Kölner Linklaters-Büro, den Schritt. "Die Fusion bringt uns aber nicht nur diesen praktischen Vorteil - sondern macht uns auch noch glaubhafter".

Und Glaubhaftigkeit ist wichtig im Land der aufgehenden Sonne. Die traditionsbewussten Japaner wollen bis heute lieber einen Landsmann als Berater an ihrer Seite als einen Ausländer. Das spiegelt sich auch in der aktuellen Rechtslage wieder. Ausländische Anwälte dürfen in Japan zwar tätig sein, aber nur als "Gaikokuho Jimu Bengoshi", als so genannter Auslandsrechtsanwalt. Und der hat im Vergleich zu den japanischen Kollegen ein wesentliches Handicap: Er darf nicht im japanischen Recht beraten.

Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn Ausländer eine japanische Zulassung haben. Deren Zahl ist nach Angaben von Matthias K. Scheer, Generalsekretär der Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung Hamburg, aber verschwindend gering. "Aktuell gibt es in ganz Japan nur zwei deutsche Anwälte mit japanischer Zulassung", weiß Scheer.

Shigeo Yamaguchi, Partner im Düsseldorfer Büro von Haarmann Hemmelrath, kennt einen der wesentlichen Gründe für diese Situation: das erforderliche japanische Staatsexamen. Im Land des Lächelns kennt man dabei keinen Spaß. "Die Erfolgsquote liegt gerade mal bei 2 bis 3 Prozent", sagt der Japaner, zugleich Mitglied im Rechtsausschuss der Japanischen Industrie- und Handelskammer.

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