Management
Chinas erster „roter Kapitalist“ und Ex-Vizepräsident Rong gestorben

Der erste „rote Kapitalist“ Chinas und frühere Vizepräsident Rong Yiren ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

dpa PEKING. Der erste „rote Kapitalist“ Chinas und frühere Vizepräsident Rong Yiren ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Der einflussreiche Ex-Vorsitzende des staatlichen Investmentunternehmens Citic, das mit der chinesischen Reform- und Öffnungspolitik Ende der 70er Jahre erstmals ausländisches Kapital ins Land geholt hatte, erlag am Mittwochabend in Peking einer nicht näher beschriebenen Krankheit, wie amtliche Medien am Donnerstag berichteten.

Rong Yiren war einer der reichsten Männer Chinas und gehörte zu den wenigen Kapitalisten, die nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949 und den Enteignungen im Land geblieben waren. Er stammte aus einer reichen Familie, die in den 30er Jahren private Banken führte sowie in Getreidemühlen, Textilfabriken, Maschinenbau und andere Industriebetriebe investiert hatte. 1956 übernahm der Staat die Unternehmensgruppe.

Rong Yiren war von 1957 bis 1966 Vizebürgermeister von Shanghai, wurde aber wegen seiner kapitalistischen Vergangenheit in der Kulturrevolution (1966-76) verfolgt. Nach seiner Rehabilitation gründete Rong Yiren mit Erlaubnis des marktwirtschaftlichen Reformarchitekten Deng Xiaoping 1979 den Investmentarm der Regierung. Die International Trust Investment Company (Citic) funktionierte erfolgreich als „Fenster“ für ausländische Investitionen und moderne Technologien und experimentierte mit kapitalistischen Methoden.

Rong Yiren war einer der wichtigsten wirtschaftspolitischen Ratgeber von Deng Xiaoping. Als ranghöchster Politiker, der nicht der Kommunistischen Partei angehörte, wurde Rong Yiren von 1993 bis 1998 sogar Vizepräsident. Das Magazin „Forbes“ kürte ihn ihm Jahr 2000 zum reichsten Chinesen, da seiner Familie damals 18 Prozent des in Hongkong an der Börse notierten Unternehmens Citic Pacific gehörten. Zu der Zeit schätzte „Forbes“ das Vermögen auf mehr als eine Milliarde Dollar, doch sind die Aktien wenig später drastisch gefallen.

Die privaten Unternehmer, die durch die Reform und Öffnung reich geworden sind, wurden zunächst ähnlich wie einst Rong Yiren „rote Kapitalisten“ genannt. Inzwischen hat sich die Kommunistische Partei aber Privatunternehmern geöffnet und viele hohe Parteimitglieder sind mit ihren politischen Beziehungen in die Wirtschaft gegangen, so dass viele reiche Kapitalisten der Partei angehören, darunter viele, die auch auf der Liste der reichsten Chinesen zu finden sind.

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