Chinesisches Konglomerat
Fosun bekommt neuen Chef

Das chinesische Firmenkonglomerat Fosun tauscht überraschend seinen Chef und Mitbegründer Liang Xinjun aus. Liang sei gesundheitlich angeschlagen, teilte das Unternehmen mit. Auch Vizepräsident Ding Guoqi muss gehen.
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HongkongBeim übernahmehungrigen chinesischen Mischkonzern Fosun kommt es zu einem überraschenden Wechsel an der Firmenspitze. Der Rücktritt von Unternehmenschef Liang Xinjun schürte am Mittwoch zugleich Sorgen über die Strategie des Konglomerats, das zuletzt auch in Europa mächtig auf Einkaufstour gegangen war. Kürzlich wurde Fosun von Insidern auch zu den Interessenten für den hessischen Arzneimittelhersteller Stada gezählt. In Deutschland haben die Chinesen bereits die Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser übernommen und sind zum Großaktionär bei der Modefirma Tom Tailor aufgestiegen. Weitere prominente Namen im Fosun-Imperium sind der französische Ferienclub-Betreiber Club Med und die kanadische Unterhaltungsfirma Cirque du Soleil.

Neben Liang nahm auch Topmanager Ding Guoqi seinen Hut, wie der Konzern mitteilte. Die Abgänge „werden kurzfristig Auswirkungen auf Fosun haben“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Guo Guangchang, ohne dies näher zu erläutern. Für Liangs Rücktritt wurden gesundheitliche Gründe genannt, für den von Ding familiäre. Beide erhalten keine Ehrenposten im Konzern. Liangs Nachfolger ist Wang Qunbin. Guo, Liang und Wang haben Fosun gegründet.

Liang stand für die aggressive Auslandsexpansion des Konglomerats, das wie andere chinesische Konzerne in den vergangenen Jahren viel Geld in die Hand genommen hat. 2016 gaben Unternehmen aus der Volksrepublik die Rekordsumme von 105 Milliarden Dollar aus, um zahlreiche Geschäftsteile zu akquirieren, vom Filmstudio bis zum Fußballclub. Doch mittlerweile gibt es Gegenwind. Die Regierung in Peking bremst solche Deals im Ausland, um der Kapitalflucht Herr zu werden und die heimische Währung zu stützen. Guo bezeichnete dies als Herausforderung für Fosun, verwies zugleich aber auf Möglichkeiten, sich im Ausland Kapital für Zukäufe zu beschaffen.

Im Umfeld des Konzerns wurde von wachsenden Spannungen zwischen dem zurückgetretenen Konzernchef Liang und dem Verwaltungsratsvorsitzenden Guo berichtet. Die beiden hatten gemeinsam studiert und dann 25 Jahre zusammengearbeitet. Guo sagte, die drei Gründer seien wie Brüder. Am Finanzmarkt kursierten Analysten zufolge aber Befürchtungen, Fosun könnte nach den Personalwechseln seine Akquisitionsstrategie ändern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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