Chip-Sicherheitslücke Intel-Chef verkaufte massenweise eigene Aktien

Intel-Chef Brian Krzanich hat im vergangenen Jahr Aktien seines Konzerns im Millionenwert verkauft. Pikant: Der Chiphersteller soll damals bereits über die massiven Sicherheitslücken informiert gewesen sein.
Update: 04.01.2018 - 13:22 Uhr Kommentieren
Intel-Chef: Brian Krzanich verkaufte massenweise eigene Aktien Quelle: dpa
Brian Krzanich

Der Manager hat im vergangenen Jahr Aktien seines Unternehmens in Millionenhöhe verkauft.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIntel-Chef Brian Krzanich hat im vergangenen Jahr offenbar eine große Anzahl Aktien seines Unternehmens verkauft. Das berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht. Wie bei amerikanischen Top-Managern üblich war der Verkauf vorher geplant gewesen – die Anweisung sei aber erst Ende Oktober erfolgt. Der Konzern war zu diesem Zeitpunkt bereits über die massiven Sicherheitslücken seiner Computerchips informiert, die am Mittwoch öffentlich wurden.

Krzanich habe durch den Verkauf gut 39 Millionen Dollar, umgerechnet 32.4 Millionen Euro, erhalten. Der Manager halte seitdem nur noch die Minimalmenge an Aktien, die vertraglich vorgeschrieben sei. Die Aktien von Intel hatten am Mittwoch gegen den allgemeinen Markttrend mehr als drei Prozent verloren. Eine Intel-Sprecherin sagte der Website „Marketwatch“, die Verkäufe hätten nichts mit den Sicherheitslücken zu tun. Sie seien nach dem vorgegebenen Plan automatisiert ausgeführt worden.

Am Mittwoch waren zwei Sicherheitslücken in Computerchips von Milliarden Geräten bekannt geworden, durch die auf breiter Front vertrauliche Daten abgeschöpft werden können. Forscher demonstrierten, dass es möglich ist, sich Zugang zum Beispiel zu Passwörtern, Krypto-Schlüsseln oder Informationen aus Programmen zu verschaffen. Die Tech-Firmen sind dabei, die seit zwei Jahrzehnten bestehende Lücke mit Software-Aktualisierungen zu stopfen. Komplett kann man das Problem aber nur durch einen Austausch der Prozessoren beheben.

Ein Fehler betrifft Experten zufolge nur Chips des Branchenführers Intel, ein anderer aber auch Mikroprozessoren von AMD und des Chip-Entwicklers ARM. Damit sind Laptops, PCs, Smartphones, Tablets und Internet-Server gleichermaßen bedroht.

  • HB
  • dpa
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