Chris Hohn
Der Harry Potter der Finanzbranche

Mit dem öfter etwas verstrubbelten Seitenscheitel und der randlosen Brille wirkt Chris Hohn ein wenig wie der ältere Bruder des Zauberlehrlings Harry Potter. Doch hinter dem jungenhaften Äußeren steckt ein erfahrener Manager, der einen der aggressivsten Hedge-Fonds der vergangenen Jahre leitet.

mm LONDON. Hohn ist mit seinem Fonds TCI nicht nur mit seinem Engagement bei der Deutschen Börse enorm erfolgreich. Doch der aggressive Ansatz solcher „Activist Funds“, die das Management von unterbewerteten Unternehmen massiv unter Druck setzen, um Strategiewechsel zu erreichen, stößt auch innerhalb der Hedge-Fonds-Szene auf Kritik.

„Wir schätzen offen konfrontative Strategien nicht allzu sehr“, meint François Barthelemy, der für F&C Partners in London ein Portfolio verschiedener Hedge-Fonds verwaltet. Aggressive Auseinandersetzungen mit dem Management in der Öffentlichkeit zahlten sich nur sehr selten aus und sollten nur als allerletztes Mittel eingesetzt werden, meint der Fondsmanager.

Hohn hat reichlich Erfahrung mit solchen Kämpfen. Vor rund zwei Jahren stand der TCI-Gründer an der Spitze der Aktionärsrevolte, die der Deutschen Börse die Übernahme des Londoner Konkurrenten LSE verdarb. Unter Führung des Briten drängten Hedge-Fonds Börsenchef Werner Seifert aus dem Amt. Statt die LSE zu übernehmen, schüttete die Börse einen Großteil ihrer Barreserven aus. Auch heute noch ist TCI mit über zehn Prozent der größte Anteilseigner der Börse. Seit dem Einstieg des Hedge-Fonds hat sich der Kurs in etwa verdreifacht.

Jetzt hat sich Hohn mit der niederländischen Großbank ABN Amro ein neues Ziel gesucht. In einem Brief an Vorstand und Aufsichtsrat fordert er faktisch die Zerschlagung des Geldhauses.

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