Christine Licci soll sich bei der HVB um das Privatkundengeschäft kümmern
Power-Bankerin für Bayern

Das „Wall Street Journal Europe“ nahm sie in die Liste der erfolgreichsten Geschäftsfrauen Europas auf. Die „Wirtschaftswoche“ ernannte sie sogar zur Managerin des Jahres. Sie selbst gab bereitwillig ein Interview nach dem anderen, personifizierte so wie kaum ein anderer Banker Deutschlands ihr Institut. Dann gab sie ihren Job bei der Citibank auf.

HB FRANKFURT. Es folgten unzählige Gerüchte über die Gründe und ihre berufliche Zukunft. Seit gestern ist sie wieder da: Christine Licci, 40, zieht in den Vorstand der Hypo-Vereinsbank (HVB) ein und soll das angeschlagene Privatkundengeschäft der zweitgrößten deutschen Bank in Schwung bringen.

Ein Wechsel im Rampenlicht der Öffentlichkeit: Mal schien mit den Münchenern alles klar zu sein, dann wieder keimten Zweifel an der Berufung der Power-Bankerin.

Langes, hellbraunes Haar, zierliche Figur, dazu ein sanftes Lächeln – eigentlich wollte Licci Pianistin werden. Doch statt mit den schönen Künsten verdient sie heute ihr Geld mit harten Zahlen. Sie studierte schließlich Betriebswirtschaft in Mailand, wechselte ins Bankenfach und machte aus der Citibank in Deutschland binnen drei Jahren eines der rentabelsten Geldhäuser des Landes.

Getreu den Vorgaben der amerikanischen Muttergesellschaft trimmte sie die frühere KKB Bank auf Kostenkontrolle und Vertriebsstärke. Zunächst mit beispiellosem Erfolg: Während viele Konkurrenten in den letzten Jahren schrumpften, legte die Citibank ein rasantes Wachstumstempo vor. Als einzige Frau an der Spitze einer großen Bank, dazu erfolgreich und attraktiv, avancierte Licci allmählich zu einer Art Glamour-Lady der Finanzszene.

Umso überraschender kam im Mai der Abschied von der Citibank – angeblich auf eigenen Wunsch. Doch halten sich hartnäckig Gerüchte, dass ihr im Konzern der rasante Anstieg der Risikovorsorge für faule Kredite angekreidet wurde. „Sie hat viel zu spät bei der Kreditvergabe auf die Bremse getreten“, moniert ein Insider – ein grober strategischer Fehler bei einem Institut, das lange Zeit kaum etwas anderes machte, als Ratenkredite zu vergeben. Zudem soll es Differenzen mit dem früheren Europachef der Bank, Jean-Paul Votron, gegeben haben.

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