Christopher Flowers
Schnäppchenjäger wird wieder fündig

Dieser Mann hat einfach ein Händchen für Investitionen, zumindest unter dem Strich. Schließlich wird der Investmentbanker Christopher Flowers auf der Liste der 400 reichsten Amerikaner auf Platz 239 geführt mit einem geschätzten Vermögen von zwei Mrd. Dollar. Gleichzeitig verblüfft der 49-jährige Banker immer wieder durch sein unglamouröses Auftreten.

BERLIN. "Wenn man sieht, wo Flowers überall mitmischt, erwartet man ja eigentlich eine schillernde Figur", schildert ein Banker seine Erwartungen. Tatsächlich sei sein Auftreten sehr "down to earth". In Gesprächen komme er schnörkellos auf den Punkt, liebe klare Ansagen.

Der in Harvard ausgebildete Mathematiker heuerte mit Anfang 20 bei der Investmentbank Goldman an, wo er mit 31 Jahren zum jüngsten Partner wurde. Blockaden auf der Karriereleiter führten dazu, dass er sich mit einer Investmentgesellschaft, der J.C. Flowers & Co, selbstständig machte. Für Aufsehen sorgte der gemeinsam mit Ripplewood im Jahr 2007 eingefädelte Erwerb der maroden japanischen Staatsbank Long Term Credit Bank. Das in Shinsei Bank umgetaufte Institut wurde saniert und mit hohem Gewinn an die Börse gebracht.

In Berlin klopfte Flowers allerdings mehrfach vergeblich an. Sein Angebot, für zehn Mill. Euro die kurz vor der Pleite stehende Bankgesellschaft 2003 zu erwerben, schlug der Senat aus.

Auch für das sanierte Institut, das jetzt Landesbank Berlin heißt und für 5,3 Mrd. Euro verkauft wurde, bot Flowers ebenso vergeblich wie für die Tochter Berliner Bank.

Zum Zug kam er aber bei der HSH Nordbank. Den knapp 27 prozentigen WestLB-Anteil erwarb er für 1,25 Mrd. Euro. Der angepeilte Börsengang wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Finanzmarktkrise machte Flowers auch bei der niederländischen Investmentbank NIBC einen Strich durch die Rechnung. Das Institut solle eigentlich an die Börse geführt werden, wurde dann aber an die isländische Kaupthing-Bank verkauft.

Doch nun ist Flowers mit seinem Engagement bei der Hypo Real Estate der Einstieg bei einem Dax-Unternehmen geglückt. Flowers fühle sich derzeit wie im Supermarkt, sagte Allianz-Finanzchef Paul Achleitner unlängst.

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