Chrysler-Chef LaSorda
Tom allein zu Haus

Chrysler-Chef Tom LaSorda hat vom jetzigen Konzernlenker Dieter Zetsche eine chronisch kranke Firma übernommen. Der gebürtige Kanadier soll nun eine Suppe auslöffeln, an der sein deutscher Vorgänger wesentlich mitgekocht hat. So tapfer LaSordas Kampf auch ist: Er scheint aussichtslos.

STUTTGART/NEW YORK. Vielleicht würde er jetzt gern lächeln. Ein Lächeln sei „ein Signal, das überall auf der Welt verstanden wird“, so hat Thomas (Tom) LaSorda seine freundliche, fast kumpelhafte Ader erklärt. Ein Jahr ist das her.

Aber jetzt darf er nicht lächeln. Nicht an diesem Tag, den US-Gewerkschaften schon zum „Valentinstags-Massaker“ erklärt haben. Also schließt Tom LaSorda den Mund, schaut verloren in die Fotokameras und verzieht keine Miene, bis das Blitzlichtgewitter vorüber ist.

Abgekämpft sieht LaSorda aus, überarbeitet in jedem Fall, vielleicht gar ein bisschen überfordert. Produktionschef von Chrysler ist er seit Jahren, aber er ist nun auch der erste Sanierer im Haus und neuerdings sogar Vertriebschef in einem Laden, dessen Händler auf die Barrikaden gehen. Was noch schlimmer wiegt: LaSorda ist allein an vorderster Front.

Als wolle sein Vorgänger Dieter Zetsche bildhaft zeigen, dass Detroit weit, weit weg liegt von Stuttgart, platziert er den Chef der US-Sparte bei der Bilanzpressekonferenz am rechten Rand des Podiums. Zetsche sucht Sicherheitsabstand und nimmt Platz in der Mitte.

Um Chrysler wieder in die Spur zu bringen, „haben Tom und sein Team einen Sanierungsplan entwickelt“, betont der Konzernchef am vergangenen Mittwoch. Deshalb werde LaSorda diesen Teil des Vortrags übernehmen. Es ist der Tag, an dem Zetsche sein persönliches Schicksal als Daimler-Konzernchef von Chrysler abkoppelt. Für den Fall, dass der letzte Versuch schief gehen sollte, den amerikanischen Patienten zu retten, lotet Zetsche alle Optionen aus – auch den Verkauf von Chrysler.

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