Chrysler-Chef
Tom LaSorda: Ersten Härtetest bestanden

Die einjährige Probezeit hat er geschafft. Tom LaSorda darf weitere fünf Jahre am Steuer von Chrysler in den USA bleiben. Das gab der Konzern am Donnerstag bei der Vorlage seiner Quartalsergebnisse bekannt.

NEW YORK/ OTTAWA. Für den 51-Jährigen ist die Vertragsverlängerung ein Vertrauensbeweis in schwerer Zeit. Hat Chrysler auf dem amerikanischen Heimatmarkt doch mit großen Absatzproblemen zu kämpfen. Der Autobauer verzeichnete im Mai und Juni deutliche Rückgänge und muss nach Meinung von Experten auch in den kommenden Monaten mit weiteren Einbrüchen rechnen. „Unsere Absatzprognose war zu optimistisch“, gestand Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche Ende Juni ein.

LaSorda hat den Chefposten bei Chrysler zu einem Zeitpunkt von Zetsche übernommen, als der drittgrößte US-Autobauer mehr und mehr Gegenwind zu spüren bekam. Im vergangenen Quartal verkaufte Chrysler trotz massiver Rabatte zwölf Prozent weniger Fahrzeuge. Der Produktionsspezialist LaSorda reagierte mit einer Modelloffensive und harten Kostenschnitten.

Er wird zehn neue Modelle dieses Jahr auf den Markt bringen. Außerdem bietet er Autos mit sparsameren Motoren an. Und die Marke Dodge will er internationaler positionieren. Bei den Zulieferern macht der gebürtige Kanadier Druck, um die Kosten zu senken. Um die hohen Lagerbestände abzubauen, will der Chrysler-Chef in den kommenden drei Monaten die Produktion zurückfahren. Auch im Management hat LaSorda aufgeräumt. Mitte Juni wechselte er die Vertriebsspitze aus.

Der Vater von zwei Töchtern ist es gewohnt, unter hohem Erfolgsdruck zu arbeiten. Als er vor sechs Jahren von General Motors (GM) zu Chrysler kam, rationalisierte er die gesamte Fertigung und senkte die Kosten derart, dass die Daimler-Tochter heute mit den günstigsten Herstellern der Welt mithalten kann. So empfahl er sich für höhere Aufgaben, als Zetsche zum Anfang dieses Jahres an die Spitze des Mutterhauses in Stuttgart wechselte. LaSorda kommt aus einer Arbeiterfamilie. Schon sein Vater Frank arbeitete bei Chrysler in Kanada. Der Automanager studierte zunächst Naturwissenschaften, landete dann aber in der Autobranche. Die Faszination muss ihn schon früh gepackt haben. Kann man doch von seiner Geburtsstadt Windsor abends die Lichter der Autostadt Detroit sehen.

Und es gibt noch weitere Personalien im Konzern: Erich Lieb wird ab 1. September Paul Halata, der in den Ruhestand geht, als US-Chef von Mercedes-Benz ablösen. Wolfgang Schrempp, 56, Bruder des Ex-Daimler-Chrysler-Chefs Jürgen Schrempp, wird Chef von Daimler-Chrysler Australia/Pacific.

Lieb kehrt damit auf den Kontinent zurück, auf dem er bereits 18 Jahre lang an maßgeblicher Position für den Konzern tätig war. Der heute 51-Jährige hatte seine Laufbahn bei Daimler-Benz 1975 begonnen. 1985 kam er zu Mercedes-Benz Canada und übernahm dort 1995 den Posten des Chief Executive Officers (CEO). 2003 wechselte Lieb dann ans andere Ende der Welt und wurde Chef von Daimler-Chrysler Australia/Pacific.

Lieb wird nachgesagt, sich sehr auf Kundendienst zu konzentrieren. So ging er beim Start des neuen C-Klasse-Modells 2002 in Kanada mit den Autos in Einkaufszentren und auf öffentliche Plätze. Mercedes-Vertreter waren zur Stelle, um Testfahrten zu arrangieren.

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