Chrysler-Kauf vorbereiten
Finanzinvestor holt Bernhard

Wolfgang Bernhard hat schnell einen neuen Job gefunden. Der im Januar zurückgetretene VW-Markenchef hat bei Cerberus Capital Management einen Vollzeitvertrag als Berater unterschrieben. Er soll Chrysler für Finanzinvestor an Land ziehen. Bernhard und Cerberus hätten es beide kaum besser treffen können.

rob/hz/mwb/ebe FRANKFURT. Finanzkreise in Frankfurt bestätigten entsprechende Spekulationen der letzten Wochen. Offiziell äußerte sich Cerberus dazu nicht. Mit Bernhard hat Cerberus nun im Poker um den zum Verkauf stehenden Autobauer Chrysler ein Ass im Ärmel. So gibt es neben Daimler-Boss Dieter Zetsche und dem heutigen Chrysler-Chef Tom LaSorda sicher nur wenige Manager, die die angeschlagene US-Sparte von Daimler so genau kennen wie der Sanierungsprofi, der im Duo mit Zetsche von 2001 bis 2004 den US-Autobauer führte und dort 26 000 Jobs strich.

Falls der Finanzinvestor zum Zug kommt, soll Bernhard für Cerberus entweder ins Management oder aber in den Aufsichtsrat gehen, heißt es. Geht Cerberus bei Chrysler leer aus, soll Bernhard auf das nächste Thema angesetzt werden. Cerberus dreht derzeit ein großes Rad in der Autoindustrie. Der Finanzinvestor gehört zu einem Konsortium, das GM 51 Prozent seiner Finanzsparte abkaufte und gehört zu einer Gruppe, die den ehemals weltgrößten Autozulieferer Delphi übernehmen will.

Bernhard hatte bereits in den vergangenen Wochen in kleinem Kreis angedeutet, dass er sich einen Wechsel in eine andere Branche vorstellen könnte. Der Top-Manager ließ durchblicken, dass er von deutschen Gewerkschaftern und deren Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat die Nase voll habe, hieß es aus dem Umfeld des Managers. Sowohl bei Daimler als auch bei VW schaffte es Bernhard mit seiner kompromisslosen Art, die Belegschaftsvertreter gegen sich aufzubringen. Damit wurde er für einen Job in deutschen Topunternehmen nur noch schwer vermittelbar.

Im Gegensatz zu Deutschland ist Bernhards Ruf in den USA bei den Gewerkschaften noch unbeschädigt. So hatte der damalige VW-Betriebsratschef Klaus Volkert erst nach Rücksprache mit der US-Gewerkschafts-Boss Ron Gettelfinger grünes Licht für die Berufung Bernhards bei VW gegeben.

Mit dem Wechsel zu Cerberus geht Bernhard nun den Weg anderer Auto-Topmanager. So war auch der frühere Mercedes-Chef Eckhard Cordes nach seinem Ausscheiden 2005 zunächst als Berater für den schwedischen Finanzinvestor EQT tätig, der sich damals erfolgreich um die Daimler-Tochter MTU Friedrichshafen bemühte. Auch sein Vorstandskollege Rolf Eckrodt heuerte bei EQT an. Und selbst Ex-Daimler-Boss Jürgen Schrempp stand nach seinem Rückzug wenige Monate später bei Lehman Brothers auf der Gehaltsliste.

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