Clearstream-Skandal
EADS-Chefmanager muss gehen

Der europäische Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS will sich vom Chefstrategen Jean-Louis Gergorin, der derzeit in dem „Clearstream“-Verleumdungsskandal verwickelt ist, trennen.

HB PARIS. Wie der EADS-Konzern am Freitagabend mitteilte, hat EADS-Co-Chef Noël Forgeard den Auftrag gegeben, die Kündigung Gergorins einzuleiten.

Wegen der Affäre, bei der es um angebliche Schwarzgeldkonten von Top- Managern und Politikern geht, hatte Forschungschef Gergorin sich Tage zuvor beurlauben lassen. Gleichzeitig bricht der ebenfalls in dieser Affäre beurlaubte EADS-Informatiker Imad Lahoud sein Schweigen.

Die Mitteilung, dass EADS seinem Manager kündigen will, kam knapp einen Tag nachdem der beurlaubte Vize-Präsident in drei großen Pariser Tageszeitungen seine Version der Affäre darlegte, die sich nun zu einem riesigen Wirtschaftsskandal um gewaltige Schmiergelder in der Rüstungsindustrie ausweiten könnte.

Der EADS-Konzern hatte vor knapp zehn Tagen auch seinen Wissenschaftsdirektor Imad Lahoud beurlaubt, der ebenfalls in dem Skandal verwickelt sein soll, bei dem unter anderem nachweislich manipulierte Kundendateien von Clearstream benutzt wurden, um Innenminister Nicolas Sarkozy und anderen Politikern sowie Managern der Flugzeugbau- und Rüstungsindustrie Schmiergeldkonten nachzusagen.

Die Justiz hält Lahoud für eine Schlüsselfigur. Der Informatiker hat am Samstag in der konservativen Tageszeitung „Le Figaro“ den Aussagen Gergorins widersprochen, die Quelle seines Beweismaterials zu sein. Die französische Tageszeitung „Le Monde“ spricht mittlerweile von einer „Affäre in der Affäre“.

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