„CMO of the Year 2009“
Simon Clift kämpft gegen die Komplexität

Unilever hat eine Metamorphose durchlaufen, sich vom behäbigen Konsumkoloss zum flinken Konzern gemausert. Zum neuen Auftritt gehören Glas und Stahl ebenso wie Großraumbüros. Marketingprofi Simon Clift ist an dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt. Er stieß 1982 zum Unternehmen und hat das Viel-Marken-Konglomerat zu einem Konzern, zu "One Unilever" getrimmt.
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DÜSSELDORF. Simon Clift residiert nach außen kühn und nach innen bescheiden. Die Fassade der Unilever-Zentrale in London trutzt neoklassizistisch am Themse-Ufer, in dem von Glas und Stahl dominierten Atrium winden sich Brücken, auf denen Mitarbeiter klein wie Ameisen wuseln. Clift, seit 2008 der erste globale Marketingchef bei Unilever, hockt trotz der Pracht von Amt und Bau wie alle seine Kollegen in einem Großraumbüro. Völlig normal findet er das.

Clift stieß 1982 zum Unternehmen und hat es seitdem von innen nach außen gekrempelt, den Zentralismus eingeführt und das Viel-Marken-Konglomerat zu einem Konzern, zu "One Unilever" getrimmt.

"Es ist schwierig genug, eine gute Idee, unmöglich 150 gute Ideen zu haben", sagt er, der über ein Markenportfolio von Sunsilk, Bertolli und Knorr bis hin zu Dove wacht. "Das Krebsgeschwür bei Unilever war die Komplexität, und Komplexität bedeutet Kosten", sagt Clift.

Der in Cambridge studierte Engländer hat viele Jahre mit dem Konsumgütermulti in Südamerika verbracht, Erfahrungen gesammelt, ein brasilianisches Straßenkind adoptiert und immer noch ein Haus in der Nähe von Rio de Janeiro. Bei seinen Mitarbeitern heißt Clift auch "Maverick", Rebell. Er wundert sich über diesen Spitznamen. Clift sieht sich als klassischen Kaufmann, der nur hin und wieder Entscheidungen gegen tradierte Konzernmeinungen durchsetzt.

Ein Unternehmenskenner sagt, es sei verwunderlich, dass Clift es schon so lange bei einer Firma aushalte. "Ich habe immer gedacht, der rennt davon und wird zum Beispiel Chef der BBC." Für diese Position ist auch noch ein Einzelbüro vorgesehen.

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