Comeback des Jahres
Wolfgang Bernhard – Wunderkind mit Lernerfahrung

Wolfgang Bernhard ist nicht nur zurück bei Daimler - und gilt damit als Nachfolger von Dieter Zetsche. Der 50-Jährige taugt auch als Vorbild des modernen Managers: konsequent in der Sache, aber nicht unmenschlich. Personal- und Unternehmensberater Jochen Kienbaum über den Rückkehrer des Jahres.
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Ganz klar: Der Mann ist nicht langweilig. Er hat Ecken und Kanten. Er war ganz oben, dann ganz unten und ist jetzt schon wieder auf einem Höhenflug. Er trug Lederjacke auf dem Motorrad und Smoking im Supersportwagen. Für die einen war er ein Topmanager und-sanierer, für die anderen ein gnadenloser Kostenkiller ohne Social Skills.

Wie auch immer, Wolfgang Bernhard legt eine im wahrsten Sinne des Wortes einzigartige Karriere hin. Nachdem er bei Daimler und Volkswagen gehen musste, gilt er nun als Daimler-Vorstand für Produktion und Einkauf wieder als designierter Nachfolger von Vorstandschef Dieter Zetsche.

Was treibt einen solchen Comebacker an, und warum konnte einer wie er nur im Zickzackkurs nach oben gelangen?

Glaubt man Beobachtern des Unternehmens Daimler, so hat sich der Ex-McKinsey-Mann und promovierte Wirtschaftsingenieur Wolfgang Bernhard in den vergangenen Monaten um 180 Grad gedreht.

Das "Wunderkind der deutschen Wirtschaft" von einst galt vielen auch als "harter Hund", der Sanierung großschrieb und dabei gern vergaß, die Mitarbeiter mitzunehmen. Er galt als jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt und dabei schon mal verbale Grenzen überschritt. So war es wohl damals auch, als er bei Daimler gehen musste, weil er Konzernchef Jürgen Schrempp allzu laut kritisiert hatte.

Und heute? Nichts Böses hört man mehr über ihn, nur Gutes manchmal. Woran liegt es, dass der Charismatiker und "James Benz" von früher so ruhig geworden ist?

Meiner Meinung nach hat Wolfgang Bernhard schlicht dazugelernt, er war sich nicht "zu fein", Niederlagen anzunehmen und zu warten, bis die nächste Chance kommt. All das, was er jetzt richtig macht, hat er früher auch schon richtig gemacht. Er hat aber einige Dinge, besonders die lauten Töne, weggelassen.

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  • Wolfgang Bernhard hat sich schon lange selber disqualifiziert. Auch bei VW konnte den "harten Hund" keiner gebrauchen, Cerberus, vergessen wirs. Zocker. Welche Firma braucht so einen Chef? Soll sich mit ner Axt im Wald austoben. Vielleicht wir ein Mann draus, Fuzzies haben wir genug gesehen.

  • Zitat Kienbaum: "Denn es ist nicht so, dass ihm alles Menschliche fremd wäre."

    Frage an Herrn Kienbaum: ist das jetzt gut oder schlecht?

  • Nur blödsinn und Verdummung.

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