Commerzbank
Blessing: Marathon-Mann im Endspurt

Commerzbank-Chef Martin Blessing bevorzugt beim Laufen die Marathonstrecke, doch geschäftlich ist der 45-Jährige derzeit zu einem Entscheidungsspurt gezwungen. Er muss das im internationalen Vergleich immer noch kleine Institut durch die Unwetter der Bankenkrise steuern.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Der Griff zum staatlichen Rettungsring dürfte dem in Bremen geborenen Marktwirtschaftler schwer gefallen sein, doch auf beste Kontakte konnte Blessing sich in jedem Fall verlassen. Mit seinem Vorgänger Klaus-Peter Müller, Präsident des Bankenverbandes und Aufsichtsratschef der Commerzbank, verbindet ihn ein enges Vertrauensverhältnis.

In die Frankfurter Bankenwelt ist Martin Blessing geradezu hineingeboren worden: Sein Vater Werner war Vorstand bei der Deutschen Bank, Großvater Karl Präsident der Bundesbank. Nach einer Banklehre bei der Dresdner Bank und dem Wirtschaftsstudium in Frankfurt, St. Gallen und Chicago stieg Blessing Junior zunächst bei der Unternehmensberatung McKinsey ein.

Dort wurde er bereits mit 31 Jahren zum Partner gewählt, war für die Großbanken zuständig und arbeitete mit vielen Leuten zusammen, die wie er heute wichtige Posten in der Finanzwirtschaft innehaben. Selbst am heimischen Küchentisch sitzt neben den drei Töchtern mit seiner Ehefrau Dorothee eine erfolgreiche Investmentbankerin von Goldman Sachs, die zudem Tochter des früheren Chefs der Bank für Gemeinwirtschaft, Paul Wieandt, ist.

Bei der Commerzbank ist der als kommunikativ und verlässlich beschriebene Blessing seit 2001 im Vorstand und hat dort die Geschäftsfelder Privatkunden und Mittelstandsbank wieder profitabel gemacht, teilweise mit harter Hand und wenig Scheu vor Stellenabbau und anderen schmerzhaften Einschnitten.

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